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Fünf Fragen an Gyde Jensen

Mitglied des Deutschen Bundestages

26.01.2021

Am 01. Februar 2021 (12 bis 13 Uhr) ist Gyde Jensen der dritte Gast in unserer Gesprächsreihe “Völkerrechtslunches“. Frau Abgeordnete Jensen ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort leitet sie den Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe.

In insgesamt zwölf Online-Gesprächsterminen laden wir völkerrechtliche Expert*innen aus der Praxis zu einstündigen Gesprächen ein, in welchen sie in ihren Werdegang sowie ihre jetzige Tätigkeit Einblick gewähren. Anschließend haben Studierende und andere Interessierte die Gelegenheit, Fragen zu Karriere und Tätigkeit zu stellen (der Veranstaltungshinweis und das Programm sowie die Zugangsdaten für Zoom finden sich hier). 

Bereits im Vorfeld stand Gyde Jensen uns Rede und Antwort:

 

Warum haben Sie sich für eine völkerrechtliche Karriere entschieden?

Außenpolitik hat mich immer fasziniert und begeistert. Das Völkerrecht spielt hier natürlich eine herausragende Rolle und deshalb habe ich mich im Rahmen meines Masterstudiums für diesen Bereich besonders interessiert. Ich hätte mir eine Laufbahn im Europäischen Auswärtigen Dienst, dem Auswärtigen Amt oder bei den Vereinten Nationen sehr gut vorstellen können. Dann bin ich mehr zufällig in die aktive Politik gerutscht und habe hier das Glück (denn das gehört auch etwas dazu) in diesem Bereich arbeiten zu dürfen.

 

Was macht das Völkerrecht für Sie besonders?

Das Völkerrecht ist besonders, weil es einen scheinbar unerschöpflichen Anwendungsbereich aufweist. Die Vielfalt der Themen ist groß und die Arbeit dadurch sehr abwechslungsreich. Viele Normen sind genauso aktuell, wie sie bei ihrer Verabschiedung waren. Unsere Aufgabe in der Politik ist es, die Debatte, um die Einhaltung und die Aktualität dieser völkerrechtlichen Normen immer wieder neu zu beleben und zu erneuern.

 

Was ist die größte Herausforderung für das Völkerrecht im 21. Jahrhundert?

Das Völkerrecht muss stets neu interpretiert werden, um auch auf zukünftige Herausforderungen anwendbar zu sein. Eine wachsende Beobachtung machen internationale ExpertInnen, wenn es um die Einhaltung des Völkerrechts geht. Mehr und mehr Staaten sehen sich scheinbar nicht mehr so sehr an international gültige Verträge gebunden. Völkerrecht wird zunehmend in Frage gestellt oder gebrochen – zum Teil ohne wirkliche Konsequenzen. Die internationale Gemeinschaft muss sich diesem Trend der Straflosigkeit entgegenstellen.
Besonders der Umgang mit der Volksrepublik China muss die Staaten in den kommenden Monaten und Jahren eingehender beschäftigen – besonders die politische Ebene.

 

Welche (überraschenden) Fähigkeiten benötigen Sie für Ihren Beruf?

Belastbarkeit, Flexibilität, Ausgeglichenheit, Verhandlungsgeschick und eine große Portion Geduld und Passion.

 

Was würden Sie Ihrem 20-jährigen Ich gerne sagen?

Ärgere dich nicht über die Dinge, die du nicht ändern kannst, sondern verändere die Dinge, die du ändern kannst. 🙂

 

Zugangsdaten zum Zoom-Meeting:
URL: https://mpil.zoom.us/j/93881793738
Code: 717220

Autor/in
Lukas Kleinert

Assessor Lukas Kleinert, Master Droit, LL.M. war bis vor kurzem Rechtsreferendar am OLG Hamburg. Er ist seit 2018 Mitglied der Redekation des Völkerrechtsblogs.

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Matthias C. Kettemann

Matthias C. Kettemann ist Forschungsp­rogrammleiter am Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI), Forschungsgruppenleiter am Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft, Berlin und am Sustainable Computing Lab der Wirtschaftsuniversität Wien und Vertretungsprofessur für Völkerrecht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

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