See all events

Spielräume des Rechts | Margins in/of Law

ICON-S Deutschland: Zweite Konferenz

15.-16.09.2022

Programmflyer / programme flyer.

Registration is open – register here until 15 August 2022 – registrieren Sie sich hier bis zum 15. August 2022.

 

Mit unserer zweiten Konferenz wollen wir die deutsche Sektion der International Society of Public Law (ICON-S) weiter als Forum für vielfältige Perspektiven auf das öffentliche Recht ausbauen. Zu diesem Zweck laden wir Rechtswissenschaftler:innen sowie Wissenschaftler:innen anderer sozialwissenschaftlicher Disziplinen ein, die zum deutschen und europäischen Rechtsraum forschen. Postdocs und Doktorand:innen, die in englischer oder deutscher Sprache arbeiten, sind dabei ebenso willkommen wie etablierte Wissenschaftler:innen, an unserer zweiten Konferenz vom 15. bis zum 16. September 2022 in Präsenz in Gießen teilzunehmen.

Die Konferenz umfasst einen Eröffnungsvortrag (auf Deutsch) von Prof. Dr. Gabriele Britz, Richterin am Bundesverfassungsgericht, sowie ein Plenarpanel zum Klimawandel (Englisch) mit Prof. Ingrid Leijten (Tilburg), Prof. James Fowkes (Münster), Prof. Nele Matz-Lück (Kiel) und Prof. Franz Reimer (Gießen) sowie ein weiteres Plenarpanel zu neuen inter- und intradisziplinären Perspektiven auf die Pandemie (Deutsch) mit Prof. Niels Petersen (Münster), Prof. Florian Meinel (Göttingen) und Prof. Sabine Müller-Mall (Dresden) als Vortragenden sowie verschiedene weitere einzelne Panels zum Konferenzthema. Darüber hinaus bieten wir einen Workshop für Nachwuchswissenschaftler:innen an, in denen sie detailliertes Feedback zu Entwürfen von Aufsätzen oder Kapiteln erhalten können, und – nicht zuletzt – eine Reihe von Social Events, um Kontakte zu knüpfen und zu pflegen.

Konferenzthema

Das Recht erscheint manchmal als (wundersamer) Maßstab, welcher der Welt Ordnung und Gewissheit verleiht. Dieses Verständnis von Recht ist zwar in vielerlei Hinsicht hilfreich, verbirgt aber auch ein hohes Maß an Unschärfe, Widersprüchlichkeit, Ausgrenzung und Komplexität. Die Konferenz von ICON-S Deutschland möchte die unfreiwilligen Risse, die verborgenen Schatten, die bewussten Zwischentöne des Rechts untersuchen: seine Ränder, seine Spielräume.

Ränder und Spielräume sind sowohl klassische als auch spezifisch moderne Motive im öffentlichen Recht. Sie ergeben sich aus der strukturellen Offenheit und Vielschichtigkeit des Rechts, aus der verfassungsrechtlichen Gewaltenteilung und aus der Abhängigkeit des Rechts von seinen Interpret:innen. Rechtliche Spielräume sind nicht nur Werkzeuge in den Händen von Theorie und Wissenschaft, sondern auch in der Praxis von enormer Bedeutung. So ist es höchst umstritten, welche Maßstäbe Gerichte bei der Prüfung staatlichen Handelns anwenden und wie viel Ermessensspielraum sie hierbei gewähren sollten. Einige internationale Gerichte wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte räumen den Staaten in einigen Fällen ausdrücklich einen Ermessensspielraum ein. Andere verzichten auf eine solche ausdrückliche Einschränkung.

Doch auch außerhalb von Gerichten sind Spielräume relevant. In jüngster Zeit hat die Corona-Krise Fragen darüber aufgeworfen, inwieweit Regierungen, aber auch Expertenmeinungen in einer Situation Folge zu leisten sind, die von einigen als Notfall beschrieben wurde. Und nicht zuletzt kann es sein, dass das Recht am Rande der Gesellschaft ein anderes ist als für die Angehörigen der Mittelschicht. Der Zugang zum Rechtsstaat und zu Rechtsmitteln ist nicht für alle gleich.

Beiträge & Einreichung

Für die zweite Konferenz der deutschen Sektion von ICON-S laden wir Beiträge zu Rändern und Spielräumen aus allen Teildisziplinen des öffentlichen Rechts ein, einschließlich des Europäischen Rechts und des Völkerrechts sowie weiterer Disziplinen, die an Fragen des öffentlichen Rechts anknüpfen. Wir möchten ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Ansätzen fördern, darunter Arbeiten zur Dogmatik, Fallstudien, theoretische und interdisziplinäre Überlegungen zu Notwendigkeit und Risiken von Spielräumen im Recht. Wir begrüßen Vorschläge sowohl für komplette Panels als auch für Einzelbeiträge in englischer oder deutscher Sprache. Die Konferenz wird Panels in beiden Sprachen beinhalten.

Die Konferenz ist als Präsenzveranstaltung geplant. Die Teilnahme ist kostenlos. Für Nachwuchswissenschaftler:innen, die keine institutionelle Förderung für die Teilnahme an der Konferenz erhalten, stehen begrenzte Mittel zur Unterstützung bei den Reisekosten zur Verfügung. Wenn Sie finanzielle Unterstützung benötigen, teilen Sie uns dies bitte beim Einreichen Ihres Abstracts mit (dies hat keinen Einfluss auf dessen Annahme).

Our second conference aims to further develop the German Chapter of ICON-S as a forum for diverse perspectives on public law, bringing together legal scholars with those from other disciplines doing work on Germany and Europe. We invite established legal scholars and doctoral students, working in English or German, to join us for our second in-person conference on September 15-16, 2022.

Our conference includes a Keynote Address (in German) by Prof. Dr. Gabriele Britz, Justice at the Federal German Constitutional Court, as well as two plenary panels on climate change (in English) featuring Ingrid Leijten (Tilburg), James Fowkes (Münster), Nele Matz-Lück (Kiel) and Franz Reimer (Gießen) and another plenary panel on new inter- and intradisciplinary perspectives on the pandemic (in German) including Florian Meinel (Göttingen), Niels Petersen (Münster) and Sabine Müller-Mall (Dresden). In addition, there will be a series of parallel panels sessions devoted to our conference theme, “Margins in/of Law – Spielräume des Rechts”. We also offer a works-in-progress workshop for early-career researchers to get detailed feedback on paper or chapter drafts, and – not least – a range of social events to connect and network.

Conference Theme

Law sometimes appears as a (miraculous) measuring stick offering order and certainty to the world. But this understanding of law, though helpful in many ways, hides a high degree of fuzziness, contradiction, exclusion and complexity. This German Chapter ICON-S conference wants to look at law’s involuntary cracks, its hidden shadows, its deliberate in-betweens: its margins, its Spielräume.

Margins and Spielräume are both classical, and at the same time, characteristically modern themes in public law. They emerge as a consequence of law’s structural openness and multiple layers, of the constitutional separation of powers, and law’s reliance on interpretative actors.

Legal margins are not only clay in the hands of theory and scholarship – they matter enormously in practice. Thus, it is highly contested what yardsticks and how much discretion courts should employ in scrutinizing state action. Some international courts such as the European Court of Human Rights explicitly accord a margin of appreciation to states, in some cases. Others do not adopt any such explicit qualifier.

But margins also play a role outside the realm of courts. Most recently, the Covid-19 crisis raised questions about much deference governments but also expert opinion must be owed in such a situation, qualified by some as an emergency. And not least, on another axis, law may be different at the margins of society than it is for those in the middle class. Access to the Rechtsstaat and legal remedies is not equal for everyone.

Submissions

For the second conference of our German Chapter of ICON-S, we invite contributions on margins and Spielräume from all sub-disciplines of public law, including European and Public International Law as well as other disciplines that connect to public law questions. We want to encourage a wide variety of approaches to scholarship, including doctrinal work, case studies, theoretical and interdisciplinary reflections on the necessity and risks of margins in and of law. We welcome both full panel and individual paper submissions in English or German and panels in both languages will be featured at the conference.

The conference is planned as an in-person event. Attendance is free of charge. We have some limited funding available to support travel costs for early-career researchers who do not have institutional funding to attend. If you do require funding, please let us know when you submit your abstract (this will have no bearing on its acceptance).

Address
Justus-Liebig-Universität Giessen
Organizer
ICON-S
Advertise your Event
If you want to advertise your event on the blog, please get in touch via:
Subscribe to the Blog
Subscribe to stay informed via e-mail about new posts published on Völkerrechtsblog and enter your e-mail address below.