{"id":4067,"date":"2016-03-02T00:00:00","date_gmt":"2016-03-02T21:25:56","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.voelkerrechtsblog.org\/articles\/online-symposium-zur-lehre-des-internationalen-rechts\/"},"modified":"2020-12-09T13:38:05","modified_gmt":"2020-12-09T12:38:05","slug":"online-symposium-zur-lehre-des-internationalen-rechts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/online-symposium-zur-lehre-des-internationalen-rechts\/","title":{"rendered":"Online-Symposium zur Lehre des internationalen Rechts"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Lehre des internationalen Rechts \u2013 zeitgem\u00e4\u00df?!\u201c lautet der Titel einer <a href=\"https:\/\/www.uni-giessen.de\/fbz\/fb01\/professuren\/marauhn\/DGFIR\/Anmeldung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tagung<\/a> der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Internationales Recht, welche am 16. M\u00e4rz 2016 in K\u00f6ln stattfinden wird. Die kritische Besch\u00e4ftigung mit der Lehre des internationalen Rechts hat eine gewisse Tradition, auf welche in diesem Einleitungsbeitrag zun\u00e4chst kurz hingewiesen wird. Anschlie\u00dfend folgt ein \u00dcberblick \u00fcber die kommenden Beitr\u00e4ge des Online-Symposiums.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein Blick zur\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1913 kritisierte <em>Walther Sch\u00fccking<\/em>, dass \u201edie Pflege des V\u00f6lkerrechts an den deutschen Universit\u00e4ten (&#8230;) weit hinter der Ber\u00fccksichtigung zur\u00fcck (bleibt), die diese Materie unter nationalen wie internationalen Gesichtspunkten verdiente\u201c (Der Stand des v\u00f6lkerrechtlichen Unterrichts in Deutschland, <em>Zeitschrift f\u00fcr V\u00f6lkerrecht<\/em> VI (1913), S. 375 (375-376). Nach einem Blick auf den Vorlesungskalender von 1912 waren ihm insbesondere die geringe Vorlesungsanzahl sowie die im Vergleich zu anderen F\u00e4chern geringere Wochenstundenzahl ein Dorn im Auge. Dar\u00fcber hinaus werde\u00a0das V\u00f6lkerrecht h\u00e4ufig nicht von ausgewiesenen V\u00f6lkerrechtlern unterrichtet. \u201eEs gibt fraglos keine andere juristische Disziplin, deren Vertreter nach ihren wissenschaftlichen Arbeiten gemessen, so zahlreich gewisserma\u00dfen als outsider bezeichnet werden m\u00fcssen, wie beim V\u00f6lkerrecht, m\u00f6gen diese Herren auf anderen juristischen Gebieten selbstverst\u00e4ndlich auch noch so bedeutsame Leistungen aufzuweisen haben.\u201c (S. 379; hierzu bereits 1877 <a href=\"https:\/\/www.digizeitschriften.de\/dms\/img\/?PID=PPN345575393_0001%7CLOG_0037\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>August von Bulmerincq<\/em><\/a>, <a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/jahrbuchfrgeset01unkngoog\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">S. 457 (458)<\/a>). Die Kritik blieb nicht ungeh\u00f6rt. 1919 <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books\/about\/Die_Pflege_des_V%C3%B6lkerrechts_an_den_deut.html?id=xja-oAEACAAJ&amp;redir_esc=y\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">forderte<\/a> deshalb\u00a0<em>Moritz\u00a0Liepmann<\/em> die Schaffung besonderer V\u00f6lkerrechtsprofessuren an allen gr\u00f6\u00dferen Universit\u00e4ten, die Erteilung von Lehrauftr\u00e4gen nur an Dozenten, die sich in ihrem wissenschaftlichen Schaffen mit dem V\u00f6lkerrecht besch\u00e4ftigten, und \u201eallgemeinverst\u00e4ndlichere Vorlesungen\u201c f\u00fcr j\u00fcngere Semester (S. 8).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass diese Forderungen 1931 weitestgehend noch nicht erf\u00fcllt waren, bemerkte der Berichterstatter f\u00fcr die v\u00f6lkerrechtliche Ausbildung in Deutschland, <em>Carl Heyland<\/em>, in der 1931 von <em>Karl Strupp<\/em> herausgegebenen rechtsvergleichenden Untersuchung <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=8cFBtwAACAAJ&amp;dq=%E2%80%9EV%C3%B6lkerrecht+in+Lehre+und+Pr%C3%BCfung%E2%80%9C&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwjyrvPJ_pzLAhWrJZoKHTPZB-8Q6AEIHTAA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eV\u00f6lkerrecht in Lehre und Pr\u00fcfung\u201c<\/a>. Zwar waren mittlerweile die Grundz\u00fcge des V\u00f6lkerrechts obligatorischer Pr\u00fcfungsgegenstand der juristischen Staatspr\u00fcfung. <em>Sch\u00fcckings <\/em>Fazit fiel am Ende der Betrachtung von 23 juristischen Ausbildungssystemen aber kritisch aus: angesichts der besonderen Bedeutung des \u201eRechtsgedanken(s) auch f\u00fcr das Zusammenleben der Staaten\u201c (S. 103) und f\u00fcr <a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/dieorganisationd00schuoft\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">die Organisation der Welt<\/a> erscheine der Ausbildungsstand \u201ev\u00f6llig befriedigend (\u2026) nirgendwo\u201c. Der Vergleich mit anderen Staaten zeige au\u00dferdem, dass die Schaffung besonderer V\u00f6lkerrechtslehrst\u00fchle in Deutschland \u201eh\u00f6chste Zeit\u201c sei (S. 100; positiver sp\u00e4ter <em><a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Scheuner<\/a><\/em>, S. 82). Dar\u00fcber hinaus betonten <em>Heyland, Sch\u00fccking<\/em> und <em>Max Fleischmann<\/em>, dass die Lehre des internationalen Rechts nicht auf Studierende der Rechtswissenschaften beschr\u00e4nkt bleiben d\u00fcrfe (S. 5, bzw. S. 101, bzw. S. 110).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem das V\u00f6lkerrecht w\u00e4hrend des Nationalsozialismus aus der <a href=\"http:\/\/alex.onb.ac.at\/cgi-content\/alex?aid=dra&amp;datum=1934&amp;page=841&amp;size=45\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">juristischen Ausbildungsordnung<\/a> ab 1934 als Pr\u00fcfungsfach <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=TYiyoL2xd9wC&amp;pg=PA342&amp;lpg=PA342&amp;dq=justizausbildungsordnung+1934+v%C3%B6lkerrecht&amp;source=bl&amp;ots=oIKGEDaayJ&amp;sig=-1tpScvl6qSJ8f18QzoYqP-MJ4c&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwiznKnQjJ3LAhUkGZoKHdypBHIQ6AEILjAD#v=onepage&amp;q=justizausbildungsordnung%201934%20v%C3%B6lkerrecht&amp;f=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">beseitigt<\/a> und lediglich \u201eje nach Kapazit\u00e4t und pers\u00f6nlichem Interesse gelehrt\u201c worden war (<a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=TYiyoL2xd9wC&amp;pg=PA342&amp;lpg=PA342&amp;dq=justizausbildungsordnung+1934+v%C3%B6lkerrecht&amp;source=bl&amp;ots=oIKGEDaayJ&amp;sig=-1tpScvl6qSJ8f18QzoYqP-MJ4c&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwiznKnQjJ3LAhUkGZoKHdypBHIQ6AEILjAD#v=onepage&amp;q=justizausbildungsordnung%201934%20v%C3%B6lkerrecht&amp;f=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Stolleis, S. 342<\/a>), beschloss die <em>Deutsche<\/em> <em>Gesellschaft f\u00fcr V\u00f6lkerrecht<\/em> (DGV) im Jahre 1953, eine Erhebung \u00fcber den Stand der Pflege des V\u00f6lkerrechts an den Universit\u00e4ten durchzuf\u00fchren. Diese gipfelte schlie\u00dflich in einer <a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Denkschrift<\/a> und in einer Entschlie\u00dfung der Gesellschaft (S. <a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_1.pdf\">78-79<\/a>): Die Kenntnis des V\u00f6lkerrechts sei f\u00fcr ein ausgewogenes Rechtsstudium unentbehrlich und solle \u201eeinen Pr\u00fcfungsgegenstand auch in der tats\u00e4chlichen Durchf\u00fchrung der Pr\u00fcfung bilden.\u201c Weiterhin wurden Fakult\u00e4ten aufgerufen, bei der Besetzung von Lehrst\u00fchlen \u201edarauf Bedacht zu nehmen, da\u00df an jeder Hochschule ein Rechtsgelehrter das V\u00f6lkerrecht vertritt, der auf diesem Gebiet wissenschaftlich ausgewiesen ist und das Fach wirksam zu vertreten vermag.\u201c Auch die DGV Entschlie\u00dfung betonte die Wichtigkeit der allgemeinen Verbreitung v\u00f6lkerrechtlicher Gedanken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Justizausbildungsreform<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_21.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tagung<\/a> einer Kommission der <em>Deutschen Gesellschaft f\u00fcr V\u00f6lkerrecht<\/em> im Jahre 1979 fand vor dem Hintergrund der juristischen Ausbildungsreformen statt, die sich in der Zwischenzeit ereignet hatten. Grundlage f\u00fcr die Ausbildungsreformen in den L\u00e4ndern waren die Beschl\u00fcsse des Reform-Ausschusses der Justizminister, welche wiederum zur\u00fcckgingen auf die Mainzer und M\u00fcnchener Beschl\u00fcsse des rechtswissenschaftlichen Fakult\u00e4tentages (deren Genese kann hier nicht im Detail dargestellt werden, \u00dcberblicke finden sich z.B. in <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/20808495\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>JZ<\/em> 1968, 223-224<\/a> und <em>JuS<\/em> 1969, 192-195). Der Studienstoff wurde unterteilt in \u201eKernf\u00e4cher (obligatorische Pr\u00fcfungsf\u00e4cher)\u201c und \u201eWahlf\u00e4cher\u201c. Ziele der Reformen waren eine Reduzierung des Studienstoffes sowie die M\u00f6glichkeit der Spezialisierung und der vertieften wissenschaftlichen Besch\u00e4ftigung im Wahlfachbereich. <a href=\"http:\/\/www.zaoerv.de\/33_1973\/33_1973_1_a_73_107.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kritiker<\/a> der Reformen stie\u00dfen sich hingegen u.a. an der Ausgliederung des V\u00f6lkerrechts aus dem Pflichtbereich und sprachen von einem fortdauernden <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/20812417?seq=1#page_scan_tab_contents\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Provinzialismus<\/a> deutscher Juristenausbildung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <em>Deutsche Gesellschaft f\u00fcr V\u00f6lkerrecht<\/em> reagierte auf die Ausbildungsreform mit der <a href=\"http:\/\/www.jstor.org\/stable\/20812402\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Godesberger Entschlie\u00dfung<\/a> vom 15. Juni 1971, in welcher sie die im Vergleich zu benachbarten ausl\u00e4ndischen Ausbildungssystemen wesentliche Einschr\u00e4nkung des internationalen Rechts in der deutschen Juristenausbildung kritisierte. Zudem forderte sie \u201emindestens eine selbstst\u00e4ndige Lehrveranstaltung\u201c zu den Bez\u00fcgen zwischen Staatsrecht und V\u00f6lkerrecht (heute auch Staatsrecht III genannt) und regte kooperative Lehrformen im Wahlfachbereich \u201e(b)ei dem hier wahrscheinlich \u00fcberschaubaren Kreis\u201c von Studierenden an. Die Kritik und die Forderung wurden in den Entschlie\u00dfungen von <a href=\"http:\/\/www.jstor.org\/stable\/20813092\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Heidelberg<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.jstor.org\/stable\/20811094\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">G\u00f6ttingen<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.jstor.org\/stable\/40797913\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Salzburg<\/a> wiederholt (die Entschlie\u00dfungen sind auch im <a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_21.pdf\">Tagungsband<\/a> auf S. 173 abgedruckt).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die DGV Tagung von 1979<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ambivalent wurde die Stellung der Lehre nach der Ausbildungsreform auch auf der <a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_21.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tagung<\/a> von 1979 betrachtet. Die Diskussionen betrafen das richtige Ma\u00df an Spezialisierung, Strukturierung und Verschulung. Bef\u00fcrworter der Reformen erhofften sich eine \u201est\u00e4rkere wissenschaftliche Durchdringung\u201c des Wahlfachs V\u00f6lkerrecht und eine dringend notwendige Reduzierung des Pflichtstoffs (<a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_21.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">S. 61<\/a>). Andererseits wurden die Unterschiede in der inhaltlichen und zeitlichen Ausgestaltung und in der fachlichen Zusammensetzung der Wahlfachgruppen kritisiert. <em>Rudolf<\/em> <em>Bernhardt<\/em> sah eine M\u00f6glichkeit, Kenntnisse im internationalen Recht zu vermitteln, in einem \u201estraff geregelten, mehr oder weniger verschulten Studium\u201c, vermutete aber: \u201eDie Aussicht, da\u00df diese Ansicht sich durchsetzen wird, ist gering.\u201c (<a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_21.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">S. 9-10<\/a>, siehe <a href=\"https:\/\/www.digizeitschriften.de\/dms\/img\/?PID=PPN345574974_0026%7Clog470\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">bereits<\/a> <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/20812417?seq=1#page_scan_tab_contents\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">JZ 1971, 581<\/a>) Einigkeit bestand darin, dass nach der Ausgliederung der V\u00f6lkerrechtsvorlesung in den Wahlbereich der Pflichtvorlesung Staatsrecht III besondere Bedeutung zukomme und diese Vorlesung das Interesse an einem vertieften Studium des internationalen Rechts wecken k\u00f6nne. (<a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_21.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">S. 63<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Referat zur Lehre des V\u00f6lkerrechts (<em>Walter Rudolf<\/em>)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies war auch eine zentrale These von <em>Walter Rudolf<\/em> in seinem Referat zur Lehre des V\u00f6lkerrechts (S. <a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_21.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">18-21<\/a>). Kritisch stand er hingegen der Godesberger Forderung gegen\u00fcber, das Schwergewicht der Lehrveranstaltungen im Wahlbereich auf kooperative Lehrformen zu legen. Solche seien in der Praxis nur schwer zu verwirklichen, die v\u00f6lkerrechtliche Vorlesung lie\u00dfe sich \u201ekaum kooperativ durchf\u00fchren\u201c (<a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_21.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">S. 22<\/a>) aufgrund der gro\u00dfen Zuh\u00f6rerzahl, sodass \u201edie \u00fcbliche Vorlesungsform mit gelegentlichen Zwischenfragen beibehalten werden muss, um den Stoff vermitteln zu k\u00f6nnen.\u201c Gute Erfahrungen seien aber mit Planspielen wie dem Philip C. Jessup Moot Court gemacht worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Problem f\u00fcr die Lehre des internationalen Rechts identifizierte er schlie\u00dflich geringe Fremdsprachen- und fachliche Vorkenntnisse der Studierenden. \u201eDie Provinzialisierung der Juristenausbildung ist nicht nur eine Folge der staatlichen Ausbildungs- und Pr\u00fcfungsgesetzgebung und der traditionellen \u00dcberbetonung der justizrechtlichen F\u00e4cher in den Fakult\u00e4ten, sondern r\u00fchrt zu einem erheblichen Teil von der Schulbildung her. (&#8230;) Daraus folgt, da\u00df es den V\u00f6lkerrechtslehrern nicht gelingen kann, die Masse der Jurastudenten f\u00fcr das V\u00f6lkerrecht zu interessieren.\u201c Auch deshalb bef\u00fcrwortete er die Trennung von Pflicht- und Wahlbereich, wobei Staatsrecht III f\u00fcr alle Studierenden verbindlich bleiben solle. Interessierte Studierende m\u00fcssten aber durch ein Wahlfachangebot \u201edie M\u00f6glichkeit haben, der Introvertierung und Provinzialisierung zu entgehen.\u201c (<a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_21.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">S. 24<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Referat zur Lehre des Europarechts (<em>Thomas Oppermann<\/em>)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinem Referat begr\u00fc\u00dfte <em>Thomas Oppermann<\/em> \u201edie rasche Aufnahme des Europarechts in das Lehr-, Pr\u00fcfungs- und Forschungsspektrum\u201c der Fakult\u00e4ten, welches \u201ekeine Verbeugung vor einem Modetrend gewesen ist, sondern eine zwangsl\u00e4ufige Konsequenz des zeitgem\u00e4\u00dfen Verst\u00e4ndnisses unserer Verfassungsordnung (&#8230;)\u201c(<a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_21.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">S. 28<\/a>). Raum f\u00fcr Verbesserungen betreffen vor allem die Harmonisierung der Pr\u00fcfungsinhalte sowie die st\u00e4rkere Verankerung des Europarechts in der Staatsrecht III Vorlesung. Vertiefungsveranstaltungen im Wahlbereich sollten bei den Studierenden \u201eeine allm\u00e4hlich st\u00e4rker problembezogene Anverwandlung der Materie (erreichen) und auch (\u2026) Promotionsinteressen Spielraum (\u2026) geben.\u201c (<a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_21.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">S. 33<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Referat zur Lehre des IPR (<em>Erik Jayme<\/em>)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Erik Jayme<\/em> kam mit Blick auf die Lehre des internationalen Privatrechts zum Ergebnis, \u201eda\u00df das Bild etwas verschattet, die Lage aber nicht hoffnungslos ist\u201c (<a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_21.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">S. 45<\/a>). Jayme begr\u00fc\u00dfte die vielen Wahlfachangebote zum internationalen Privatrecht, kritisierte allerdings die Zusammensetzung der jeweiligen Wahlfachgruppen und pl\u00e4dierte f\u00fcr ein eigenst\u00e4ndiges Wahlfach \u201eIPR und Rechtsvergleichung\u201c. Eine st\u00e4rkere Transparenz hinsichtlich des Pr\u00fcfungsumfangs sowie \u00dcbungskurse zu IPR-Klausuren und Seminararbeiten k\u00f6nnten dazu beitragen, mehr Studierende f\u00fcr das IPR zu gewinnen. (<a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_21.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">S. 44<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein Blick auf die Gegenwart: Das Online-Symposium<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der kurze \u00dcberblick soll hier nun platzbedingt enden. Selbstverst\u00e4ndlich ist die Lehre des internationalen Rechts seitdem weiterhin Gegenstand von Diskussionen geblieben (auch auf dem V\u00f6lkerrechtsblog, siehe z.B. <a href=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/the-future-of-teaching-international-law\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>). Wie kann eine zeitgem\u00e4\u00dfe Lehre heutzutage aussehen? Dieser Frage wird nicht nur die <a href=\"https:\/\/www.uni-giessen.de\/fbz\/fb01\/professuren\/marauhn\/DGFIR\/Anmeldung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tagung<\/a> der DGIR nachgehen, sondern auch das Online-Symposium anhand von Beispielen aus der Ausbildungspraxis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass es schwierig sein kann, in einer gro\u00dfen Vorlesung interaktiv zu arbeiten, klang oben bereits an. <em>Birgit Peters<\/em> zeigt in ihrem <a href=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/spielend-volkerrecht-verstehen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Beitrag<\/a> \u201eSpielend V\u00f6lkerrecht verstehen\u201c, wie Planspiele Teile regul\u00e4rer Lehrveranstaltungen werden k\u00f6nnen und warum eine solche Kopplung zu hohen Lerneffekten f\u00fchren kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In ihrem <a href=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/moot-courts-in-der-lehre-des-internationalen-rechts-eine-kritische-wurdigung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Beitrag<\/a> \u201eMoot Courts in der Lehre des internationalen Rechts \u2013 eine kritische W\u00fcrdigung\u201c befassen sich <em>Isabella Risini <\/em>und<em> Sebastian Wuschka<\/em> mit dem didaktischen Potential von Moot Courts und weisen auf Verbesserungsm\u00f6glichkeiten hin, welche die Honorierung der Teilnahme an und das Angebot von Moot Courts betreffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sind die fehlenden Vorkenntnisse der Studierenden notwendigerweise ein Problem f\u00fcr die Lehre des internationalen Rechts? In ihrem <a href=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/volkerrecht-verstehen-wie-gewinnen-wir-die-anderen-99\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Beitrag<\/a> \u201eV\u00f6lkerrecht verstehen \u2013 Wie gewinnen wir die anderen 99%?\u201c argumentieren <em>Markus Beham<\/em>, <em>Melanie Fink<\/em> und <em>Ralph Janik<\/em>, dass sich vielleicht kein anderes Rechtsgebiet als das V\u00f6lkerrecht besser dazu eignet, Studierende dort abzuholen, wof\u00fcr sie sich in ihrem Alltag interessieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Laura Hilb<\/em> <a href=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/law-clinics-in-der-juristischen-ausbildung-ein-lohnendes-projekt\/\">zeigt<\/a> anhand der Gie\u00dfener Refugee Law Clinic, wie eine Law Clinic in die juristische Ausbildung eingebettet werden und warum dies f\u00fcr Studierende und Lehrende ein lohnendes Projekt sein kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Law Clinics haben Student Law Journals gemein, dass sie in Deutschland auf keine so lange Tradition zur\u00fcckblicken k\u00f6nnen wie etwa in den USA. <em>Franziska Berg<\/em> stellt das Goettingen Journal of International Law vor, eine studentische Initiative, die es erm\u00f6glicht, die V\u00f6lkerrechtswissenschaft und die Arbeit in der Redaktion einer Fachzeitschrift kennenzulernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Yusra Suedi<\/em> gibt einen \u00dcberblick \u00fcber den Munich Advanced Course in International Law (MACIL) und schildert ihre Erfahrungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine anhaltende\u00a0Diskussion<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie <em>Bernhardt<\/em> <a href=\"http:\/\/www.dgfir.de\/workspace\/media\/documents\/dgir-berichte-band_21.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">bemerkte<\/a>\u00a0wird die \u201eDiskussion \u00fcber eine optimale Ausgestaltung des rechtswissenschaftlichen Studiums (&#8230;) nie zum Abschlu\u00df kommen.\u201c (S. 9) Der V\u00f6lkerrechtsblog freut sich jederzeit \u00fcber weitere Einsendungen zur Lehre des internationalen Rechts.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Matthias Lippold ist Promotionsstudent an der Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Cite as: Matthias Lippold, \u201cOnline-Symposium zur Lehre des internationalen Rechts\u201d, <em>V\u00f6lkerrechtsblog<\/em>,\u00a02\u00a0March 2016, doi:10.17176\/20171123-093642.<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Lehre des internationalen Rechts \u2013 zeitgem\u00e4\u00df?!\u201c lautet der Titel einer Tagung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Internationales Recht, welche am 16. M\u00e4rz 2016 in K\u00f6ln stattfinden wird. Die kritische Besch\u00e4ftigung mit der Lehre des internationalen Rechts hat eine gewisse Tradition, auf welche in diesem Einleitungsbeitrag zun\u00e4chst kurz hingewiesen wird. 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