{"id":3361,"date":"2014-04-29T00:00:00","date_gmt":"2014-04-29T04:37:34","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.voelkerrechtsblog.org\/articles\/volkerrecht-2-0-es-ist-angerichtet-2\/"},"modified":"2020-12-11T12:29:18","modified_gmt":"2020-12-11T11:29:18","slug":"volkerrecht-2-0-es-ist-angerichtet-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/volkerrecht-2-0-es-ist-angerichtet-2\/","title":{"rendered":"V\u00f6lkerrecht 2.0 \u2013 es ist angerichtet"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong><em>Dana Schmalz und Michael Riegner <\/em><\/strong><em>(f\u00fcr die Redaktion des V\u00f6lkerrechtsblogs)\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier ist er, der neue V\u00f6lkerrechtsblog. Noch erinnert er an den Blick auf einen gedeckten Tisch in Erwartung einer gro\u00dfen Feier. Die ersten geladenen G\u00e4ste trudeln ein, und die T\u00fcr steht allen offen, die kommen wollen. Wie werden sich die G\u00e4ste verstehen? Welche K\u00f6stlichkeiten werden sie mitbringen? Werden die Unterhaltungen angeregt und die Gespr\u00e4che am\u00fcsant sein? Eine Feier kann man planen, aber ihr gutes Gelingen h\u00e4ngt von den G\u00e4sten ab. Dieser erste Beitrag ist daher Einladungskarte und Veranstaltungsprogramm, und beantwortet Fragen der G\u00e4ste: Wie wollen wir miteinander feiern, und was unterscheidet diese Feier von anderen? Wer ist der Gastgeber, und welche Rolle spielt er? Was wird das Thema der ersten Tischgespr\u00e4che sein?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Noch ein Blog? \u2013 Das etwas andere Menu\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der V\u00f6lkerrechtsblog ist nicht das erste Projekt seiner Art. Mit dem Internet wandelt sich die Wissenschaftskommunikation, und auch in der Rechtswissenschaft erg\u00e4nzt das Bloggen zunehmend etablierte Publikationsformen. Das V\u00f6lkerrecht 2.0 existiert schon: Englischsprachige Blogs wie <a href=\"http:\/\/www.ejiltalk.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">EJIL Talk!<\/a>\u00a0 oder\u00a0<a href=\"http:\/\/opiniojuris.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Opinio Juris<\/a>\u00a0 sind wichtige Medien des internationalen V\u00f6lkerrechtsdiskurses geworden, und in Deutschland debattieren \u00d6ffentlich-Rechtler auf dem <a href=\"http:\/\/verfassungsblog.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Verfassungsblog<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.juwiss.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Juwiss<\/a> (siehe auch\u00a0<a href=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/community\/blogosphere-ticker\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">unsere Linkliste<\/a>). Was macht also das Menu des neuen V\u00f6lkerrechtsblogs aus und unterscheidet es von den Feiern, die schon voll in Schwung sind? Wir haben drei Merkmale im Sinn: Perspektive, Format und ein Mix aus Neuem und Bew\u00e4hrtem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der V\u00f6lkerrechtsblog bietet einen eigenen Ort f\u00fcr v\u00f6lkerrechtliche Perspektiven vor allem aus dem deutschsprachigen Raum. Er soll Eigenstand und Eigenart der V\u00f6lkerrechtswissenschaft im deutschsprachigen Raum ausdr\u00fccken \u2013 und sie zugleich ins Gespr\u00e4ch bringen: Mit anderen Rechtsdisziplinen, mit Nachbarwissenschaften, und mit dem internationalen Diskurs. Zu diesem Ins-Gespr\u00e4ch-kommen eignet sich das grenzenlose Medium Internet ohnehin, und ist umso wichtiger f\u00fcr eine Wissenschaft mit globalem Gegenstand. Diese eigenst\u00e4ndige und zugleich offene Perspektive unterscheidet den V\u00f6lkerrechtsblog sowohl von englischsprachigen V\u00f6lkerrechtssites als auch von deutschsprachigen \u00f6ffentlich-rechtlichen Blogs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das zweite, besondere Menu-Merkmal ist das dialogische Format des V\u00f6lkerrechtsblogs. Dieses Format soll die St\u00e4rken des Bloggens als neuer Form der Wissenschaftskommunikation ausnutzen \u2013 denn was kann der Blog, was klassische Monografien \u00a0und Aufs\u00e4tze nicht (so gut) k\u00f6nnen? Das Bloggen erleichtert vor allem den unmittelbaren Austausch von These und Gegenthese, von Argumenten und Gegenargumenten. Das Markenzeichen des V\u00f6lkerrechtsblogs ist daher das Format von direkter Rede und Gegenrede: Wir laden unsere AutorInnen besonders ein, in ihrem Beitrag eine klare These zu vertreten und zu untermauern, und andere, darauf eine Replik mit Gegenthese und\/oder Gegenargumenten folgen zu lassen. Denn die besten Tischgespr\u00e4che sind meist jene, bei denen man in h\u00f6flicher und anregender Weise unterschiedlicher Meinung ist. Zweck dieser Gespr\u00e4che ist nicht Kritik zu \u00fcben, sondern thematisch verwandte AutorInnen zusammenzubringen, Argumente auszutauschen, Perspektiven zu variieren, und gemeinsam am wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt zu arbeiten. Der V\u00f6lkerrechtsblog hat dieses Format von Beitrag und Replik also zum Markenzeichen \u2013 ist aber gleichwohl offen f\u00fcr Variationen und andere Beitragsformen (siehe dazu unsere\u00a0<a href=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/blog\/writing-for-the-blog\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">AutorInnenhinweise<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drittens kombiniert das V\u00f6lkerrechtsblog-Menu die St\u00e4rken neuer Medien mit bew\u00e4hrten Elementen klassischer Rechtswissenschaft: Der Blog erm\u00f6glicht schnelle Reaktionen auf aktuelle Entwicklungen und \u00f6ffnet einen virtuellen Raum jenseits traditioneller Institutionen und Hierarchien.\u00a0 Zugleich sichert er das wissenschaftliche Profil des Blogs und fachliches Feedback f\u00fcr Autoren durch ein schlankes peer review Verfahren, das eine weitere Reflexionsstufe bietet und getragen wird von einem wissenschaftlichen Beirat im Rahmen des Arbeitskreises junger V\u00f6lkerrechtlerInnen. An diesen nicht-virtuellen Zusammenschluss ist unser virtuelles Projekt auch insgesamt angebunden. Es gr\u00fcndet sich damit solide auf einem Kreis von KollegInnen, die sich pers\u00f6nlich kennen, an Lehrst\u00fchlen arbeiten, auf Konferenzen treffen, in Fachzeitschriften zusammenarbeiten und so die R\u00fcckbindung des V\u00f6lkerrechtsblogs an klassische Formen und etablierte Vertreter der V\u00f6lkerrechtswissenschaft sicherstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Gastgeber \u2013 der Arbeitskreis junger V\u00f6lkerrechtlerInnen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Arbeitskreis junger V\u00f6lkerrechtlerInnen (AjV) versteht sich als Gastgeber des V\u00f6lkerrechtsblogs. Der AjV ist ein wachsender Zusammenschluss von Promovierenden und Habilitierenden aus dem V\u00f6lkerrecht und seinen Nachbarwissenschaften mit Basis in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz. Er ist aus j\u00e4hrlichen Workshops hervorgegangen und zunehmend aktiv in anderen Konferenzen und Kooperationen (siehe unter der\u00a0Kategorie\u00a0<a href=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/#\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Service<\/a>). Seit 2009 betreibt der AjV einen elektronischen Newsletter und eine interne Website. Beides geht nach einem sorgf\u00e4ltigen Diskussionsprozess im AjV (und dar\u00fcber hinaus) nun im V\u00f6lkerrechtsblog auf. Fester Bestandteil des V\u00f6lkerrechtsblogs ist daher schon jetzt die Kategorie \u201eService\u201c, die monatlich \u00fcber Veranstaltungen, Stellen und Call for Papers informiert. Aus dem AjV rekrutiert sich auch die <a href=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/about\/team-and-contact\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Redaktion<\/a> des V\u00f6lkerrechtsblogs, die den Blog betreibt und inhaltliche Impulse setzt. Der wissenschaftliche <a href=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/about\/team-and-contact\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Beirat<\/a> vereint fortgeschrittene AjV-Mitglieder, an internationalen Universit\u00e4ten lehrende V\u00f6lkerrechtlerInnen, und Blog-Erfahrene, die unser Kooperationsverh\u00e4ltnis zu Verfassungs- und Juwiss-Blog pflegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Gastgeber m\u00f6chte der AjV selbst f\u00fcr gute Konversation sorgen und der jungen Generation von Nachwuchsv\u00f6lkerrechtlerInnen eine eigene Plattform bieten. Die Mitglieder des AjV haben nach 1990 studiert, sind also akademisch sozialisiert in einer Welt ohne einfaches Freund-Feind-Schema, in der das V\u00f6lkerrecht an Bedeutung zunimmt und zugleich R\u00fcckschl\u00e4ge erleidet, in der sozialer und technologischer Wandel das V\u00f6lkerrecht und seine Wissenschaft immer neu herausfordern \u2013 wof\u00fcr das Internet vielleicht wiederum das prominenteste Beispiel ist. Der V\u00f6lkerrechtsblog spiegelt wieder, wie sich diese Generation neugierig den Herausforderungen stellt, wie sie Standpunkte findet, Meinungen ausdifferenziert, neue Themen entdeckt und ungew\u00f6hnlichen Argumentationen nachgeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zugleich h\u00e4lt ein guter Gastgeber das Gespr\u00e4ch offen f\u00fcr andere. Die T\u00fcr steht weit offen und jeder mit Interesse am V\u00f6lkerrecht ist herzlich eingeladen das Wort zu ergreifen. Blogposts von etablierten V\u00f6lkerrechtlerInnen, NachbarwissenschaftlerInnen, PraktikerInnen und AutorInnen aller Welt sind jederzeit willkommen! Wir hoffen auf deutsch- wie englischsprachige Beitr\u00e4ge, und besonders auf transdisziplin\u00e4re und internationale Gespr\u00e4che \u00fcber unseren gemeinsamen Forschungsgegenstand. Critical international law, gender studies, law in context \u2013 je vielf\u00e4ltiger, desto besser. \u00a0Schon jetzt hat die Redaktion aktiv Beitr\u00e4ge inner- und au\u00dferhalb des AjV und aus einem breiten thematischen und methodischen Spektrum eingeworben \u2013 und wir freuen uns auf viele weitere G\u00e4ste aus aller Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Auftaktgespr\u00e4ch \u2013 Zukunft des V\u00f6lkerrechts <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Auftakt des V\u00f6lkerrechtsblogs bildet ein Diskussionsschwerpunkt \u00fcber die \u201eZukunft des V\u00f6lkerrechts\u201c \u2013 ein Thema, das die junge Generation von V\u00f6lkerrechtlerInnen besonders angeht. Anhand konkreter Streitfragen diskutieren NachwuchswissenschaftlerInnen inhaltliche, methodische und transdisziplin\u00e4re Aspekte der Zukunft des V\u00f6lkerrechts und seiner Wissenschaft in ihrem spezifischen Forschungsgebiet. Wie wird sich das V\u00f6lkerrecht im jeweiligen Forschungsfeld in den n\u00e4chsten 30 Jahren ver\u00e4ndern? Wie wandeln sich V\u00f6lkerrechtssubjekte, Streitbeilegung, internationale Institutionen? Wie die Nord-S\u00fcd-Beziehungen, wie das Verh\u00e4ltnis von Geschlecht und Recht? Wie beeinflussen technologische Entwicklungen das V\u00f6lkerrecht und die Kommunikation \u00fcber V\u00f6lkerrecht? Welche Methoden werden kommen und gehen? So bietet der Auftakt nicht nur einen Aper\u00e7u der jungen V\u00f6lkerrechtswissenschaft im deutschsprachigen Raum, sondern auch Gelegenheit, Positionen herauszuarbeiten und sch\u00e4rfen, und zugleich das Bloggen als neue Form der Wissenschaftskommunikation zu reflektieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um einen thematischen Vorgeschmack auf das reichhaltige Menu zu geben: Wir er\u00f6ffnen den V\u00f6lkerrechtsblog mit einem Beitrag von Matthias Kettemann zur Zukunft des Internetv\u00f6lkerrechts, kommentiert von Michael Riegner. Unsere Beir\u00e4tin Alexandra Kemmerer vergewissert sich in \u201eV\u00f6lkerrechtsgeschichten\u201c der Zukunft und Vergangenheit des V\u00f6lkerrechts, kommentiert von Markus Payk\u00a0und Robert Howse. Methoden und den \u201eTurn to Principles\u201c adressiert Jochen Rauber, kommentiert von Matthias Goldmann. Weitere Autoren diskutieren die Zukunft des Gewaltverbots und internationaler Streitbeilegung, von Wirtschaftsv\u00f6lkerrecht und internationalem Arbeitsrecht. Gastautoren\u00a0aus\u00a0Australien und den USA diskutieren\u00a0die Dominanz der englischen Sprache\u00a0im V\u00f6lkerrecht, und Besuch\u00a0aus Italien vollf\u00fchrt den Tanz der Disziplinen in \u201einternational law and dance\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird also schon einiges geboten, auf der beginnenden V\u00f6lkerrechtsblog-Feier. All dies soll vor allem eines: Appetit machen auf mehr, und anregen zum Schreiben. Welche Zukunftsfragen besch\u00e4ftigen euch in eurer Forschung? \u00a0Wozu m\u00f6chtet ihr sonst Stellung nehmen, oder replizieren? Eure Beitr\u00e4ge nehmen wir gerne unter <a href=\"mailto:ajv.kontakt@gmail.com\">ajv.kontakt@gmail.com<\/a> entgegen, AutorInnenhinweise findet ihr\u00a0<a href=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/blog\/writing-for-the-blog\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>. Eintr\u00e4ge f\u00fcr die Kategorie \u201eService\u201c nehmen wir gerne unter <a href=\"mailto:ajvnewsletterredaktion@gmail.com\">ajvnewsletterredaktion@gmail.com<\/a> entgegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufregend ist es, wie sich die Gespr\u00e4che auf dem V\u00f6lkerrechtsblog nun entwickeln werden, wie sich der Austausch gestaltet. Eine gute Feier kann man wie gesagt nicht planen. Aber man kann die richtigen Leute einladen. In diesem Sinne: Herzlich willkommen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.mpil.de\/de\/pub\/organisation\/wiss_bereich\/dschmalz.cfm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>Dana Schmalz<\/em><\/a><em> ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max Planck Institut f\u00fcr V\u00f6lkerrecht und ausl\u00e4ndisches \u00f6ffentliches Recht in Heidelberg.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.uni-giessen.de\/fbz\/fb01\/professuren\/dann\/mitarbeiter\/prof_wis\/Riegner\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>Michael Riegner<\/em><\/a><em> ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen und derzeit Hauser Global LLM Scholar an der NYU Law School.\u00a0<\/em><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Cite as: Dana Schmalz und Michael Riegner\u00a0, \u201cV\u00f6lkerrecht 2.0 \u2013 es ist angerichtet\u201d, <em>V\u00f6lkerrechtsblog<\/em>, 29 April 2014, doi: 10.17176\/20170104-153908.<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dana Schmalz und Michael Riegner (f\u00fcr die Redaktion des V\u00f6lkerrechtsblogs)\u00a0 Hier ist er, der neue V\u00f6lkerrechtsblog. 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