{"id":29078,"date":"2026-07-07T12:00:42","date_gmt":"2026-07-07T10:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/?p=29078"},"modified":"2026-07-12T20:33:19","modified_gmt":"2026-07-12T18:33:19","slug":"hochstrichterlich-besiegelte-doppelstandards","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/hochstrichterlich-besiegelte-doppelstandards\/","title":{"rendered":"H\u00f6chstrichterlich besiegelte Doppelstandards"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2026\/02\/rk20260203_2bvr162625.html?nn=68080\">Nichtannahmebeschluss<\/a> vom 3.2.2026 (2 BvR 1626\/25) zeigt das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) der <a href=\"https:\/\/gesetze.berlin.de\/bsbe\/document\/NJRE001577573\">strategischen<\/a> <a href=\"https:\/\/www.rv.hessenrecht.hessen.de\/bshe\/document\/LARE240001082\">Prozessf\u00fchrung<\/a> gegen R\u00fcstungsexporte nach Israel Grenzen auf. Einige NGOs hatten seit 2024 Pal\u00e4stinenser aus dem Gaza-Streifen dabei unterst\u00fctzt, vor deutschen Verwaltungsgerichten gegen R\u00fcstungsexportgenehmigungen vorzugehen. Diese galten mangels Klagebefugnis lange als <a href=\"https:\/\/beck-online.beck.de\/Dokument?vpath=bibdata%2Fzeits%2Fgsz%2F2019%2Fcont%2Fgsz.2019.145.1.htm&amp;anchor=Y-300-Z-GSZ-B-2019-S-145-N-1\">nicht justiziabel<\/a>. Das <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2025\/07\/rs20250715_2bvr050821.html\"><em>Ramstein<\/em><\/a>-Urteil des BVerfG (2 BvR 508\/21, 15.7.2025) weckte zwischenzeitlich neue Hoffnung, diese H\u00fcrde im deutschen Individualrechtsystem \u00fcber Art. 2 II 1 GG zu \u00fcberwinden. Fruchtlos, wie Karlsruhe nun mit einer komplexen, aber zahnlosen Schutzpflichtdogmatik h\u00f6chstrichterlich best\u00e4tigt. Trotz v\u00f6lkerrechtlich gravierender Bedenken vertrauen die Gerichte der exekutiven Entscheidungsfindung bei R\u00fcstungsexporten. Das schw\u00e4cht die Effektivit\u00e4t eines ohnehin kriselnden V\u00f6lkerrechts, indem die Judikative eine deutsche Au\u00dfenpolitik deckt, die zuweilen mit <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/respekt-fur-das-volkerrecht\/\">zweierlei Ma\u00df misst<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Inkoh\u00e4rente Linie im Bereich der Au\u00dfenpolitik<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich kennt das deutsche System keine \u201ePolitical-Question-Doktrin\u201c nach US-amerikanischem Vorbild, bei der Exekutivakte mit hochpolitischer Dimension der gerichtlichen Kontrolle entzogen sind. Solche \u201ejustizfreien Hoheitsakte\u201c sind verfassungsrechtlich kaum haltbar, verbliebe andernfalls ein \u201e<a href=\"https:\/\/beck-online.beck.de\/Dokument?vpath=bibdata%2Fkomm%2Fdreierkogg_4_band1%2Fgg%2Fcont%2Fdreierkogg.gg.a1.x3.glc.gliii.gl3.glb.htm&amp;pos=2&amp;hlwords=on\">grundrechtsexemter<\/a>\u201c Bereich der Staatsgewalt. Zugleich argumentieren Kritiker seit l\u00e4ngerem, die <a href=\"https:\/\/www.servat.unibe.ch\/dfr\/bv067100.html\">Kernbereichsrechtsprechung<\/a> und die Gew\u00e4hrung von exekutiven \u201eErmessens- und Gestaltungsspielr\u00e4umen\u201c w\u00e4ren das deutsche <a href=\"https:\/\/beck-online.beck.de\/Dokument?vpath=bibdata%2Fkomm%2Flechnerzuckkobverfgg_8%2Fbverfgg%2Fcont%2Flechnerzuckkobverfgg.bverfgg.vor1.p1.glc.gli.gl5.gle.glbb.gl4.htm&amp;pos=1&amp;hlwords=on\">Pendant<\/a>.<\/p>\n<p>Dennoch bildet eine eingeschr\u00e4nkte richterliche Kontrolle der Au\u00dfenpolitik aufgrund des Gewaltenteilungsgrundsatzes den demokratischen Regelfall. Die Judikative ist nicht dazu berufen, zu regieren, hat daf\u00fcr weder Expertise noch demokratische Legitimation. Das BVerfG spricht in seinem Urteil zum <a href=\"https:\/\/www.servat.unibe.ch\/dfr\/bv036001.html\"><em>Grundlagenvertrag<\/em><\/a> von <em>judicial self-restraint<\/em> als<\/p>\n<p>\u201eVerzicht &#8220;Politik zu treiben&#8221;, d.h. in den von der Verfassung geschaffenen und begrenzten Raum freier politischer Gestaltung einzugreifen [\u2026]\u201c (Rn. 75).<\/p>\n<p>So weit, so gut \u2013 bei der ausw\u00e4rtigen <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1628\/aoer-2021-0012\"><em>Gewalt<\/em><\/a> hat Karlsruhe aber keine koh\u00e4rente Linie (Vergleich nach <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1628\/aoer-2021-0012\"><em>Ley<\/em><\/a>): Auslandseins\u00e4tze der Bundeswehr (<a href=\"https:\/\/www.servat.unibe.ch\/dfr\/bv090286.html\"><em>AWACS<\/em><\/a>) oder die Integrationsverantwortung (<a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2009\/06\/es20090630_2bve000208.html\"><em>Lissabon<\/em><\/a>) wurden einerseits stark parlamentarisiert. Im Kontext parlamentarischer Frage- und Informationsrechte hat Karlsruhe R\u00fcstungsexporte hingegen dem <em>Kernbereich exekutiver Eigenverantwortung<\/em> zugeordnet und damit weitestgehend der Kontrolle des Bundestages entzogen (<a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2014\/10\/es20141021_2bve000511.html\"><em>Saudi-Arabien<\/em><\/a>). Dieser Linie der \u201e<a href=\"https:\/\/www.mohrsiebeck.com\/artikel\/zwischen-parlamentarischer-routine-und-exekutiven-kernbereichen-101628aoer-2021-0012\/\">exekutiven Abschottung<\/a>\u201c (auch: <a href=\"https:\/\/openjur.de\/u\/180545.html\"><em>Pershing<\/em><\/a>) folgt der Nichtannahmebeschluss \u2013 auch von gerichtlicher Kontrolle bleiben R\u00fcstungsexporte de facto befreit.<\/p>\n<p><strong>Der Ramstein\u2019sche Vertretbarkeitsma\u00dfstab<\/strong><\/p>\n<p>Die dem Beschluss zugrundeliegende Verfassungsbeschwerde des Pal\u00e4stinensers richtete sich dabei unter anderem gegen <a href=\"https:\/\/www.rv.hessenrecht.hessen.de\/bshe\/document\/LARE240001508\">erfolglose<\/a> <a href=\"https:\/\/beck-online.beck.de\/Dokument?vpath=bibdata%2Fents%2Fbeckrs%2F2025%2Fcont%2Fbeckrs.2025.24251.htm&amp;pos=1&amp;hlwords=on&amp;lasthit=True\">Verwaltungsgerichtsentscheidungen<\/a> zu R\u00fcstungsexporten nach Israel. <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2025\/07\/rs20250715_2bvr050821.html\"><em>Ramstein<\/em><\/a> lieferte den laufenden Verfahren einen neuen Schutzpflichtma\u00dfstab f\u00fcr Auslandssachverhalte: Es brauchte nun einen a) hinreichenden Bezug zur deutschen Staatsgewalt und b) die ernsthafte Gefahr der systematischen Verletzung des anwendbaren V\u00f6lkerrechts (Rn. 86).<\/p>\n<p>Die Schutzpflicht wurde bei <em>Ramstein<\/em> (unter b)) verneint, weil die v\u00f6lkerrechtliche Position der USA (und folglich auch die der Bundesregierung) zu den Drohnenangriffen im Jemen als <em>vertretbar<\/em> galt (Rn. 156). Diese Bewertung ist mindestens zweifelhaft (<a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/so-fern-und-doch-so-nah-drohneneinsaetze-im-jemen-im-visier-der-grundrech-te\/\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/report\/2013\/10\/22\/between-drone-and-al-qaeda\/civilian-cost-us-targeted-killings-yemen\">hier<\/a>). <a href=\"https:\/\/beck-online.beck.de\/Dokument?pos=5&amp;vpath=bibdata%2Fzeits%2Ftlj%2F2025%2Fcont%2Ftlj.2025.266.1.htm&amp;hlwords=on\">Kommentator:innen<\/a> <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1628\/jz-2025-0292\">kritisierten<\/a> deshalb diesen Willk\u00fcr- (<a href=\"https:\/\/www.bverwg.de\/de\/251120U6C7.19.0\">BVerwG<\/a>) und Vertretbarkeitsma\u00dfstab: V\u00f6lkerrecht w\u00fcrde so nicht als bindendes Recht begriffen, sondern ins \u201e<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1628\/jz-2025-0321\">Ermessen der Bundesregierung [gestellt]<\/a>\u201c.<\/p>\n<p><strong>Ein Anschein gerichtlicher Kontrolldichte<\/strong><\/p>\n<p>Waren vor diesem Hintergrund R\u00fcstungslieferungen nach Israel vertretbar? Kommentator:innen sehen <a href=\"https:\/\/www.mohrsiebeck.com\/artikel\/funktionsgrenzen-der-judikative-101628jz-2025-0321\/\">\u201egewichtige\u201c Anhaltspunkte dagegen<\/a>, anders die Verwaltungsgerichte in Frankfurt und Berlin:<\/p>\n<p>Wenn die Bundesregierung in der \u00dcberzeugung handle, Israels Selbstverteidigungsrecht aus Art. 51 UN-Charta zu unterst\u00fctzen, sei das wegen der Sicherheit Israels als deutsche Staatsr\u00e4son vertretbar. Es handele sich um eine \u201eim Kern politische Entscheidung\u201c. Weil die Bundesregierung Hilfslieferungen finanziere und sich f\u00fcr eine Friedensl\u00f6sung einsetze, scheine die Genehmigungserteilung vom Bestreben getragen, \u201eIsrael und der Zivilbev\u00f6lkerung in Gaza beizustehen\u201c (<a href=\"https:\/\/www.rv.hessenrecht.hessen.de\/bshe\/document\/LARE240001082\">VG Frankfurt, Beschluss vom 11.9.24<\/a>, Rn. 24).<\/p>\n<p>Ebenso, wenn sie dem <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/20\/136\/2013627.pdf\">Nie-wieder-ist-jetzt-Beschluss<\/a> im Deutschen Bundestag folge, der bei \u201evertretbarer Gewichtung nicht zu einer gerichtlichen Kontrolle f\u00fchren kann\u201c. Im Gegenteil, diesem sei gerade eine \u201eAufforderung zum aktiven Beistand Israels\u201c zu entnehmen, die substanziell \u201egerade durch R\u00fcstungsexporte\u201c verwirklicht werden k\u00f6nne (<a href=\"https:\/\/www.rv.hessenrecht.hessen.de\/bshe\/document\/LARE240001508\">VG Frankfurt, Beschluss vom 16.12.2024<\/a>, Rn. 23-24).<\/p>\n<p>Taugen diese Beweggr\u00fcnde als Rechtfertigung f\u00fcr die Belieferung eines Akteurs, der je <a href=\"https:\/\/www.unicef.de\/informieren\/aktuelles\/blog\/-\/kinder-in-gaza-fakten\/346320\">nach<\/a> <a href=\"https:\/\/www.mpg.de\/25776334\/1125-defo-gaza-studie-zeigt-beispiellose-verluste-an-menschenleben-und-lebenserwartung-154642-x\">Quelle<\/a> f\u00fcr weit \u00fcber 60.000 Tote, davon wohl <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-11\/kriegstote-gazastreifen-opferzahlen-schaetzung\">\u00fcber 50%<\/a> Frauen und Kinder, verantwortlich ist? Dazu f\u00fcr die gewaltsame <a href=\"https:\/\/www.icj.org\/palestine-israel-israel-must-immediately-stop-its-criminal-forcible-displacement-in-gaza\/\">Vertreibung<\/a> von \u00fcber 1,9 Millionen Menschen, <a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/en\/press-releases\/2024\/12\/israels-assault-foundations-international-law-must-have-consequences-un\">Aushungern<\/a> als Methode der Kriegsf\u00fchrung, systematische Verletzung des <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/international-law-in-gaza\/\">Unterscheidungsgebots<\/a>, der Warn- und Vorsorgeobliegenheiten und des Verbots exzessiver Kollateralsch\u00e4den und m\u00f6glicherweise sogar <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/recht\/hintergruende\/h\/gaza-begeht-israel-voelkermord-stimmen-internationale-wissenschaftler\">f\u00fcr<\/a> <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/almost-genocide\/\">einen<\/a> <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/genozid-in-gaza\/\">V\u00f6lkermord<\/a>. F\u00fcr den <a href=\"https:\/\/www.tdh.de\/fileadmin\/user_upload\/Verein\/01_Informieren\/Themen\/Kinder_im_Krieg\/TDH_Studie_Dt_Ruestungsexporte_europ_u_internat_Verpflichtungen_FINAL_WEB.pdf\">r\u00fcstungsexportierenden Staat hie\u00dfe das<\/a>, V\u00f6lkerrechtsverst\u00f6\u00dfe etwa gegen den Waffenhandelsvertrag (Art. 6 III, 7 I lit. b i, ii, III, IV <a href=\"https:\/\/treaties.un.org\/doc\/Treaties\/2013\/04\/20130410%2012-01%20PM\/Ch_XXVI_08.pdf\">ATT<\/a>), den Gemeinsamen Artikel 1 der Genfer Konventionen, die <a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/en\/instruments-mechanisms\/instruments\/convention-prevention-and-punishment-crime-genocide\">V\u00f6lkermordkonvention<\/a> (Art. I, III lit. e) oder Art. 16, 30, 41 II <a href=\"https:\/\/legal.un.org\/ilc\/texts\/instruments\/english\/draft_articles\/9_6_2001.pdf\">ASR<\/a> k\u00e4men in Betracht.<\/p>\n<p>Eine tats\u00e4chliche v\u00f6lkerrechtliche Bewertung der israelischen \u201eMilit\u00e4roffensive\u201c hielt aber kein einziges Gericht f\u00fcr erforderlich (best\u00e4tigend: VGH Kassel, <a href=\"https:\/\/beck-online.beck.de\/Dokument?vpath=bibdata%2Fents%2Fbeckrs%2F2025%2Fcont%2Fbeckrs.2025.24251.htm&amp;pos=6&amp;hlwords=on\">Beschluss vom 19.9.2025<\/a>, Rn. 74). Israels Vorgehen sei zwar \u201edurchaus fragw\u00fcrdig\u201c, das Kriegs geschehen aber nicht \u201ekatastrophal\u201c genug f\u00fcr die \u201eerstrebte Rechtschutzgew\u00e4hrung\u201c (<a href=\"https:\/\/www.rv.hessenrecht.hessen.de\/bshe\/document\/LARE240001508\">VG Frankfurt, 16.12.2024<\/a>, Rn. 20-21).<\/p>\n<p>Laut dem VG Berlin (<a href=\"https:\/\/gesetze.berlin.de\/bsbe\/document\/NJRE001593557\">Beschluss vom 2.12.2024<\/a>) fehle es selbst dem internationalen Haftbefehl gegen Netanyahu sowie seiner Androhung, den Libanon \u201ewie Gaza\u201c zu zerst\u00f6ren, an Bezug zu einer mit Gewissheit rechtswidrigen Genehmigungspraxis (Rn. 14; 19). Anscheinend gibt es den v\u00f6lkerrechtlichen Tatbestand noch nicht, dessen Versto\u00df die deutschen Verwaltungsgerichte dazu bewegen w\u00fcrde, die Genehmigungserteilung als unvertretbar zu erachten.<\/p>\n<p>Dabei h\u00e4tten die Gerichte er\u00f6rtern k\u00f6nnen, ob etwa das Selbstverteidigungsrecht infolge des \u2013 seit dem Holocaust \u2013 gr\u00f6\u00dften terroristischen Massakers an der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung und der Geiselnahme\/Verschleppung von 250 Menschen durch die radikalislamische Hamas, den Krieg als solchen <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/almost-genocide\/\">rechtfertigte<\/a> (ius ad bellum). Unber\u00fchrt davon blieben dann die evidenten Verst\u00f6\u00dfe gegen das <em>ius in bello<\/em>, auf die sich der <em>Ramstein<\/em>-Test eigentlich bezieht.<\/p>\n<p>Stattdessen er\u00fcbrigte sich mit Pauschalverweisen auf \u201ejudicial self-restraint\u201c, (<a href=\"https:\/\/www.rv.hessenrecht.hessen.de\/bshe\/document\/LARE240001508\">VG Frankfurt, 16.12.24, Rn. 18<\/a>) und die Kernbereichsrechtsprechung (<a href=\"https:\/\/www.rv.hessenrecht.hessen.de\/bshe\/document\/LARE240001082\">VG Frankfurt, 11.9.2024, Rn. 24<\/a>) aber jedwede substantiierte Bewertung. Willk\u00fcr sei schon deshalb abwegig, weil das R\u00fcstungsexportregime eine Vielzahl beteiligter Akteure umfasse (Rn. 30). Statt einer fundierten V\u00f6lkerrechtspr\u00fcfung verkommt der Vertretbarkeits- und Willk\u00fcrma\u00dfstab zu einem Abnicken au\u00dfenpolitischer Handlungsmotive \u2013 volles Vertrauen in die exekutive Entscheidungsfindung.<\/p>\n<p><strong>Die zahnlose Schutzpflicht: Dogmatisch komplex, praktisch wirkungslos<\/strong><\/p>\n<p>\u00c4hnliche Zur\u00fcckhaltung beweist auch der <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2026\/02\/rk20260203_2bvr162625.html\">Nichtannahmebeschluss<\/a>, offenbart Karlsruhe doch erneut die Zahnlosigkeit der Schutzpflichtenkonstellation:<\/p>\n<p>Aus Art. 2 II 1, 1 II GG und dem Grundsatz der V\u00f6lkerrechtsfreundlichkeit des Grundgesetzes folge ein allgemeiner Schutz<em>auftrag <\/em>des Staates f\u00fcr das humanit\u00e4re V\u00f6lkerrecht und die Menschenrechte \u2013 aber keine unmittelbar einklagbare Rechtsposition. Nur unter bestimmten Bedingungen verdichte sich der Schutz<em>auftrag<\/em> zu einer konkreten Schutz<em>pflicht<\/em>, gegen\u00fcber dem Drittstaat auf die Einhaltung dieser Rechte hinzuwirken (Rn. 78).<\/p>\n<p>Wie der Staat diesem Schutzauftrag und der -pflicht nachkommt, liege in seinem weiten \u201eEinsch\u00e4tzungs-, Wertungs- und Gestaltungsbereich\u201c, der nur begrenzt gerichtlich \u00fcberpr\u00fcfbar sei (Rn. 79-80).<\/p>\n<p>Eine Schutzpflicht<em>verletzung<\/em> sei nur bei offensichtlich\/v\u00f6llig ungeeigneten\/unzul\u00e4nglichen Ma\u00dfnahmen oder unvertretbaren Einsch\u00e4tzungen anzunehmen (Rn. 105). All das gelte bei Auslandssachverhalten ggf. nochmals modifiziert (Rn. 107).<\/p>\n<p>Vor diesen Hintergr\u00fcnden seien Legislative und Exekutive ihrem Schutzauftrag durch ein angemessenes, objektiv-rechtliches Schutzregime nachgekommen (Rn. 85; 98). Gemeint ist: Das europa-, verfassungs- und verwaltungsrechtliche Normengef\u00fcge, welches die Pr\u00fcfung von menschen- und v\u00f6lkerrechtlichen Vorschriften und die Beteiligung einer Vielzahl von Akteuren (insb. BAFA, Bundessicherheitsrat, Ausw\u00e4rtiges Amt) im Entscheidungsprozess vorsieht.<\/p>\n<p>Dieses Schutzregime gebiete keine einfachgesetzlichen Wege, um einzelne Ma\u00dfnahmen aus der R\u00fcstungs- und Sicherheitspolitik individuell anzugreifen. Daf\u00fcr br\u00e4uchte es die <em>Verdichtung<\/em> zu einer konkreten grundrechtlichen Schutzpflicht (Rn. 97-98). Das konnte offenbleiben, da selbst bei Vorliegen des <em>Ramstein<\/em>-Ma\u00dfstabes (ernsthafte Gefahr systematischer V\u00f6lkerrechtsverletzungen) der Beschwerdef\u00fchrer sein Begehren nicht h\u00e4tte erreichen k\u00f6nnen (Rn. 102). Die daf\u00fcr erforderliche Ermessensreduzierung (hier: <em>Verengung<\/em>) auf die konkrete Aufhebung der Exportgenehmigungen h\u00e4tten weder er selbst aufgezeigt noch die Fachgerichte grundlegend verkannt (Rn. 108 f.).<\/p>\n<p>Allgemeiner Schutzauftrag, konkrete Schutzpflicht, Schutzpflichtverletzung, Verdichtung, <em>Ramstein<\/em>-Ma\u00dfstab und Verengung, dabei \u00fcberall Ermessens- und Gestaltungsspielr\u00e4ume der Exekutive \u2013 viel Schall und Rauch um ein komplexes dogmatisches Ger\u00fcst, aus dem praktisch <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/karlsruher-sicherheitskonferenz\/\">kaum etwas folgt<\/a>. Aus Angst vor einem <em>Mitregieren<\/em> verwehrt Karlsruhe die gerichtliche Kontrolle von R\u00fcstungsexportgenehmigungen. Der Einsch\u00e4tzungs- und Gestaltungsspielraum der Exekutive dient dabei als Kunstgriff, um sich dem Vorwurf des justizfreien Hoheitsaktes zu entziehen, denn die gerichtliche Kontrolldichte ist ja lediglich \u201ereduziert\u201c \u2013 dabei wird auch hier das V\u00f6lkerrecht nicht tats\u00e4chlich gepr\u00fcft (Rn. 102). Es scheint, als wollte die Judikative eine rechtliche Einordnung der israelischen \u201eMilit\u00e4roffensive\u201c kontinuierlich vermeiden, um einer mittlerweile mit ihrer Position international isolierten Bundesregierung nicht in den R\u00fccken zu fallen.<\/p>\n<p><strong>Die \u201ege\u00e4nderte Genehmigungspraxis\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Dabei mag bereits angezweifelt werden, ob dieses objektiv-rechtliche R\u00fcstungsexportkontrollregime dem Schutz<em>auftrag <\/em>tats\u00e4chlich gerecht wird.<\/p>\n<p>Die Verwaltungsgerichte in Frankfurt und Berlin rechtfertigten dies wiederholt mit der <a href=\"https:\/\/gesetze.berlin.de\/bsbe\/document\/NJRE001583871\">ge\u00e4nderten Genehmigungspraxis<\/a> der Bundesregierung als Reaktion auf Israels Vorgehen in Gaza (Rn. 8). So sei <a href=\"https:\/\/gesetze.berlin.de\/bsbe\/document\/NJRE001577573\">nicht ersichtlich<\/a> gewesen, ob Deutschland zeitnah noch G\u00fcter liefern werde (Rn. 6). Sie wurden nicht m\u00fcde, den <a href=\"https:\/\/www.icj-cij.org\/sites\/default\/files\/case-related\/193\/193-20240430-ord-01-00-en.pdf\">IGH<\/a> zu zitieren, der Deutschland ein \u201erobustes\u201c Pr\u00fcfprogramm attestierte (<a href=\"https:\/\/gesetze.berlin.de\/bsbe\/document\/NJRE001577573\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.rv.hessenrecht.hessen.de\/bshe\/document\/LARE240001082\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/gesetze.berlin.de\/bsbe\/document\/NJRE001630247\">hier<\/a>). Und in der Tat hatte sich die deutsche Genehmigungspraxis \u2013 jedenfalls von Kriegswaffen \u2013 zuweilen drastisch im Verh\u00e4ltnis zu den Vorjahren ver\u00e4ndert (<a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2026\/02\/rk20260203_2bvr162625.html\">Rn. 13-17<\/a>).<\/p>\n<p>Drastisch ver\u00e4ndert bedeutet aber keinesfalls, dass nicht geliefert wurde: 2024\/2025 wurden Genehmigungen f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/35\/ruestungsexport-israel-cdu-spd-gruene\">Panzerabwehrwaffen<\/a>, Munition und Treibladungen (Kriegswaffen) sowie umfassende sonstige R\u00fcstungsg\u00fcter, darunter Panzerteile und Gel\u00e4ndefahrzeuge erteilt (<a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2026\/02\/rk20260203_2bvr162625.html\">Rn. 14-16<\/a>).<\/p>\n<p>Investigative Recherchen von <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/35\/ruestungsexport-israel-cdu-spd-gruene\">ZEIT<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/warum-deutschland-trotz-allem-waffen-nach-israel-liefert-a-2dad6e40-ccdd-4732-afd0-a95e9599ec00\">SPIEGEL<\/a> zeigten ferner, was hinter den Kulissen ablief. So beriefen sich die Gerichte wiederholt auf die Einholung von <a href=\"https:\/\/gesetze.berlin.de\/bsbe\/document\/NJRE001577573\">Zusicherungen\/Verwendungsbeschr\u00e4nkungen<\/a> Israels (Rn. 8) als taugliche Handlungsalternative, damit die Bundesregierung f\u00fcr eine v\u00f6lkerrechtswidrige G\u00fcterverwendung nicht verantwortlich sei. Schlie\u00dflich entscheide \u00fcber die konkrete Verwendung nur die <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2026\/02\/rk20260203_2bvr162625.html\">IDF<\/a> (Rn. 112). Entlarvend, dass diese Zusicherungen der israelischen Regierung laut dem <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/warum-deutschland-trotz-allem-waffen-nach-israel-liefert-a-2dad6e40-ccdd-4732-afd0-a95e9599ec00\">SPIEGEL<\/a> politisch kalkuliert waren, um sich \u201erechtlich ab[zu]sichern\u201c \u2013 eine blo\u00dfe \u201eFormalie f\u00fcr die Gerichte\u201c.<\/p>\n<p>Damit nicht genug: Die ge\u00e4nderte Genehmigungspraxis soll Ausfluss einer \u201e<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/35\/ruestungsexport-israel-cdu-spd-gruene\">Verschleppungstaktik<\/a>\u201c der Gr\u00fcnen gewesen sein, kontr\u00e4r zur Haltung der Regierungsparteien von SPD\/FDP. Erst mit der Androhung des Kanzlers, von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch zu machen, kippte sie. Um die \u00d6ffentlichkeit nicht aufzuscheuchen, wurden Genehmigungen \u201emonatsweise abgenickt\u201c. Mit einem \u201eb\u00fcrokratische[n] Trick\u201c wurden Berichterstattungspflichten umgangen. Und nachdem <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btp\/20\/20191.pdf\">im Bundestag<\/a> Oppositionsf\u00fchrer Merz und Bundeskanzler Scholz \u00fcber die tempor\u00e4r ausbleibenden Lieferungen stritten, wurde einen Tag sp\u00e4ter abrupt eine zuvor monatelang blockierte Genehmigung <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/warum-deutschland-trotz-allem-waffen-nach-israel-liefert-a-2dad6e40-ccdd-4732-afd0-a95e9599ec00\">im Eilverfahren durchgewunken<\/a>; die Woche darauf folgten weitere.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich intervenierend zeigte sich Merz sp\u00e4ter selbst als Bundeskanzler, als er am 8. August 2025 ein \u201eEmbargo\u201c verk\u00fcndete, das mehr Teil-Embargo war, da ein U-Boot, R\u00fcstungsg\u00fcter f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.zdfheute.de\/politik\/deutschland\/merz-erklaerung-cdu-vorstand-waffenlieferungen-israel-100.html\">Luft- und Seeverteidigung<\/a> und bereits genehmigte Vorhaben nicht davon <a href=\"https:\/\/gesetze.berlin.de\/bsbe\/document\/NJRE001622165\">umfasst waren (Rn. 8).<\/a><\/p>\n<p>D\u00e9j\u00e0-vu? Schon w\u00e4hrend des Jemen-Konflikts genehmigte die Bundesregierung <a href=\"https:\/\/www.bicc.de\/Publikationen\/BICC_Policy_Brief_2_2019_d.pdf~dr1041\">Lieferungen<\/a> an die von Saudi-Arabien gef\u00fchrte Milit\u00e4rallianz, der zahlreiche V\u00f6lkerrechtsbr\u00fcche vorgeworfen wurden. Schon damals enthielt das versprochene Embargo (Saudi-Arabien) <a href=\"https:\/\/www.ecchr.eu\/fileadmin\/Kommentare_Konferenzberichte_Weiteres\/CESCR_Germany__Jt_ECCHR___WIPLF_submission.pdf\">Schlupfl\u00f6cher<\/a>. An dem vermeintlich \u201e<a href=\"https:\/\/www.institut-fuer-menschenrechte.de\/fileadmin\/Redaktion\/Publikationen\/Analyse_Studie\/Analyse_Beihilfe_zu_Menschenrechtsverstoessen_vermeiden_aussenpolitische_Zusammenarbeit_kritisch_pruefen.pdf\">besonderen Gewicht<\/a>\u201c der Menschenrechte bei der Genehmigungsentscheidung \u00e4u\u00dferten Kommentator:innen daher erhebliche Zweifel.<\/p>\n<p>Ob dieses R\u00fcstungsexportkontrollregime dem objektiv-rechtlichen Schutzauftrag hinreichend gerecht wird \u2013 geschweige denn v\u00f6lkerrechtswidrige Genehmigungserteilungen effektiv verhindert \u2013 ist fraglich. Es weist Schlupfl\u00f6cher und Sollbruchstellen auf, die f\u00fcr politisches Kalk\u00fcl anf\u00e4llig sind. Attestierte der IGH dem deutschen System seine \u201eRobustheit\u201c gerade wegen einer ge\u00e4nderten Genehmigungspraxis, ist durch die Wiederaufnahme der Lieferungen dort sogar eine Trendwende denkbar. Auf nationaler Ebene kann sich die Bundesregierung aber in Sicherheit w\u00e4gen: Das Parlament <em>darf<\/em> und die Judikative <em>will<\/em> keine effektive Kontrolle aus\u00fcben.<\/p>\n<p><strong>Opportunistische Verweise auf internationale Institutionen<\/strong><\/p>\n<p>Diese Zur\u00fcckhaltung zeigte sich zuletzt in opportunistischen Verweisen auf internationale Institutionen. Die Verwaltungsgerichte zitierten den IGH f\u00fcr das \u201erobuste\u201c System gerne, das dort anh\u00e4ngige <a href=\"https:\/\/www.icj-cij.org\/case\/192\">V\u00f6lkermord-Verfahren<\/a> hingegen \u2013 bei dem Israel die drei vorl\u00e4ufigen Anordnungen gekonnt ignorierte \u2013 verblasste. Ebenso wenig spielten die Einsch\u00e4tzungen von UN-Organen eine Rolle, die laut eigener Angabe der Bundesregierung in ihren Genehmigungsprozess einfl\u00f6\u00dfen. Im Gegenteil, das <a href=\"https:\/\/www.rv.hessenrecht.hessen.de\/bshe\/document\/LARE240001082\">VG Frankfurt<\/a> konnte sich einen Seitenhieb in Richtung UN nicht verkneifen: Wegen einer \u201enicht unumstrittene[n] Herangehensweise\u201c an den Nahostkonflikt k\u00f6nne man deren Einsch\u00e4tzungen nicht ohne \u201eintensive Pr\u00fcfung\u201c als Grundlage f\u00fcr V\u00f6lkerrechtsverst\u00f6\u00dfe \u00fcbernehmen. Zu einer tats\u00e4chlichen Pr\u00fcfung sah man sich aber auch nicht berufen (Rn. 31). Dabei sollten Urteile und Einsch\u00e4tzungen internationaler Institutionen vor nationalen Gerichten ber\u00fccksichtigt werden (IGH: \u201eOrientierungswirkung\u201c; UN-Quellen: \u201eGewichtige Anhaltspunkte\u201c f\u00fcr die Gefahr systematischer V\u00f6lkerrechtsverletzungen; IKRK: \u201eargumentative Auseinandersetzung\u201c; <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2025\/07\/rs20250715_2bvr050821.html\"><em>Ramstein<\/em><\/a>, Rn. 106-108). H\u00e4tte die Politik diesen Opportunismus blo\u00df antizipiert, w\u00e4re die <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/warum-deutschland-trotz-allem-waffen-nach-israel-liefert-a-2dad6e40-ccdd-4732-afd0-a95e9599ec00\">Sorge<\/a> vor den Richterspr\u00fcchen in K\u00f6ln, Berlin und Frankfurt gegebenenfalls milder ausgefallen.<\/p>\n<p><strong>Fazit (Cicero): \u201eDenn unter den Waffen <\/strong><a href=\"https:\/\/www.thelatinlibrary.com\/cicero\/milo.shtml\"><strong>schweigen die Gesetze<\/strong><\/a><strong>\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Selbst, wenn deutsche Gerichte bestimmte R\u00fcstungsexporte unterb\u00e4nden, gibt es in einer international verflochtenen Welt im Regelfall alternative Zulieferer (Gegenbeispiel: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/35\/ruestungsexport-israel-cdu-spd-gruene\">Ersatzteile<\/a> f\u00fcr Merkava-Panzer). Zudem m\u00fcsste die Bundesregierung einen hypothetischen Richterspruch auch respektieren und nicht mittels Einordnung als \u201eEinzelfallentscheidung\u201c umgehen (<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/zurueckweisung-grenze-rechtswidrig-104.html\">Grenzzur\u00fcckweisungsentscheidungen<\/a>). Russlands Angriffskrieg in der Ukraine verurteilte sie von Beginn an scharf, bei den USA (<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/bundesregierung-venezuela-usa-voelkerrecht-100.html\">Venezuela<\/a>\/<a href=\"https:\/\/dgap.org\/de\/forschung\/publikationen\/der-iran-krieg-als-testfall-fuer-deutschlands-glaubwuerdigkeit\">Iran<\/a>) und Israel (<a href=\"https:\/\/www.idos-research.de\/die-aktuelle-kolumne\/article\/staatsraeson-gaza-krieg-und-der-schaden-an-der-regelbasierten-weltordnung\/\">Gaza<\/a>\/Iran\/<a href=\"https:\/\/taz.de\/Deutsch-israelische-Beziehungen\/!6173755\/\">Libanon<\/a>) hingegen agiert sie <a href=\"https:\/\/blog.prif.org\/en\/2025\/05\/28\/kritik-ohne-konsequenzen-ueberfaellige-schritte-fuer-eine-friedenspolitische-rolle-deutschlands-im-israel-gaza-krieg\/\">zaghaft<\/a>, leistet teilweise milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung und erw\u00e4gte sogar \u00f6ffentlich die Umgehung eines<a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/rechtsbruch-netanjahu-merz-festnahme-haftbefehl-rechtswidrig\/\"> IStGH-Haftbefehls<\/a>. Die internationale Staatengemeinschaft scheint das zu registrieren, das zeigte zuletzt die <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/uno-niederlage-fuer-deutschland-die-quittung-fuer-arroganz-und-prinzipienlosigkeit-a-f00603cb-e2a7-4cf2-a4dd-674018056dd0?giftToken=50b8ecd6-fbf2-452e-b4da-ada704eebdb9\">UN-Sicherheitsratswahl<\/a>. Statt Grenzen zu setzen, befeuert die deutsche Judikative bei R\u00fcstungsexporten als blo\u00df zur\u00fcckhaltender <em>Zuschauer<\/em> diese au\u00dfenpolitischen <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/stellungnahme-zur-deutschen-ausenpolitik-im-zuge-der-angriffe-der-usa-und-israels-auf-den-iran\/\">Doppelstandards<\/a>. Dabei kommt es f\u00fcr die Wirksamkeit des V\u00f6lkerrechts auch auf die nationalen Gerichte an, sind internationale Spruchk\u00f6rper im Ringen um Legitimit\u00e4t doch auf Zur\u00fcckhaltung angewiesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Nichtannahmebeschluss vom 3.2.2026 (2 BvR 1626\/25) zeigt das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) der strategischen Prozessf\u00fchrung gegen R\u00fcstungsexporte nach Israel Grenzen auf. Einige NGOs hatten seit 2024 Pal\u00e4stinenser aus dem Gaza-Streifen dabei unterst\u00fctzt, vor deutschen Verwaltungsgerichten gegen R\u00fcstungsexportgenehmigungen vorzugehen. Diese galten mangels Klagebefugnis lange als nicht justiziabel. 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