{"id":20308,"date":"2023-07-13T10:00:54","date_gmt":"2023-07-13T08:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/?p=20308"},"modified":"2023-07-14T07:38:36","modified_gmt":"2023-07-14T05:38:36","slug":"die-letzte-welt-150-jahre-franz-josef-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/die-letzte-welt-150-jahre-franz-josef-land\/","title":{"rendered":"Die letzte Welt: 150 Jahre Franz-Josef-Land"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Geschichte der Entdeckung des Franz-Josef-Lands vor 150 Jahren w\u00fcrde auch ein anderer Romantitel von Christoph Ransmayr passen: \u201eDie letzte Welt\u201c. Das Franz-Josef-Land, ein <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Franz_Josef_Land\">Archipel von rund 200 Inseln<\/a>, wurde im arktischen Sp\u00e4tsommer 1873 entdeckt. Seine Entdecker waren die M\u00e4nner einer multinationalen <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Austro-Hungarian_North_Pole_expedition\">k.u.k.-Nordpolexpedition<\/a>. Als sie im Sommer 1872 von Bremerhaven aus nach Norden in See stachen, waren die meisten Gegenden der Erde schon bekannt, die Weltmeere befahren und ihre K\u00fcsten kartographiert. Das imperialistische Zeitalter v\u00f6lkerrechtlicher Besitzergreifung des v\u00f6llig Unbekannten war so gut wie vor\u00fcber.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-20310 aligncenter\" src=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-1-600x556.png\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"556\" srcset=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-1-600x556.png 600w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-1-1200x1113.png 1200w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-1-1536x1424.png 1536w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-1-2048x1899.png 2048w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-1-2000x1854.png 2000w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-1-1600x1483.png 1600w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-1-375x348.png 375w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-1-150x139.png 150w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-1-16x16.png 16w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Bild von <a class=\"extiw\" title=\"w:User:Mysid\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/User:Mysid\">Oona R\u00e4is\u00e4nen<\/a> auf <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Franz_Josef_Land_location-en.svg\">Wikimedia Commons<\/a> (Public Domain).<\/em><\/p>\n<p>Das Franz-Josef-Land aber musste erst noch gesichtet, seine Berge vermessen und seine Kaps auf den Landkarten der Polarforscher verzeichnet werden: <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Cape_Fligely\">Kap Fligely<\/a> beispielsweise, der n\u00f6rdlichste Punkt Eurasiens. Die multinationale Besatzung ihres Schiffs, der \u201eAdmiral Tegetthoff\u201c hatte auf eine solche Entdeckung gar nicht mehr gehofft. Ihre Polarfahrt war durchweg von Niederlagen und Entt\u00e4uschungen gezeichnet gewesen. Diese Geschichte ist seither oft erz\u00e4hlt worden, niemals aber so eindrucksvoll wie vom \u00f6sterreichischen Schriftsteller Christoph Ransmayr in seinem ersten Roman: \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Schrecken_des_Eises_und_der_Finsternis\">Die Schrecken des Eises und der Finsternis<\/a>\u201c (SEF) erschien 1984 in kleiner Auflage und wurde erst dann einem gr\u00f6\u00dferen Publikum bekannt, als Ransmayr mit \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_letzte_Welt\">Die letzte Welt<\/a>\u201c 1988 seinen Durchbruch feierte.<\/p>\n<p><strong>Eine atemberaubende Entdeckungsgeschichte<\/strong><\/p>\n<p>Ransmayr hatte sich als junger Autor \u00fcber Reportagen und Reisen an den Gegenstand herangetestet. Darin fand er einen ganz eigenen Ton und eine eigenwillige Perspektive. \u201eDes Kaisers kalte L\u00e4nder\u201c, 1982 erschienen als zweiteilige Reportage, war eine erste Ann\u00e4herung an jene atemberaubende Entdeckungsgeschichte der Nordpolexpedition 1872-1874. Im Sommer 2023 wird in Wien besonders intensiv daran gedacht, weil der H\u00f6hepunkt der Reise \u2013 die Entdeckung des Franz-Josef-Lands \u2013 genau 150 Jahre her ist. Die \u00d6sterreichische Akademie der Wissenschaften (\u00d6AW) erinnert an sie vom 24. Mai bis zum 14. Juli 2023 in einer kleinen Ausstellung in ihren R\u00e4umlichkeiten unter dem barocken Deckenfresko von Anton Hertzog: \u201e<a href=\"https:\/\/viewer.acdh.oeaw.ac.at\/viewer\/exhibition2023\/\">Land, Land, endlich Land!<\/a>\u201c Und auch sie hat ihre eindrucksvollsten Momente dort, wo die Fehlschl\u00e4ge und Zuf\u00e4lle anschaulich werden; sie haben epische Gr\u00f6\u00dfe. Nicht von ungef\u00e4hr erz\u00e4hlte schon Ransmayr \u201eein Drama am Ende der Welt\u201c (SEF, 22).<\/p>\n<p>Das Schiff der Expedition geriet auf seiner Fahrt in die Arktis viel fr\u00fcher als gedacht in Eisfelder. Sie umschlossen es erstmals bereits Ende Juli 1872. Dann, Ende August, friert die Tegethoff dauerhaft fest. Das Eis macht jede Hoffnung, noch h\u00f6here Breitengrade zu erreichen, zunichte: Das Schiff, befehligt von <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Karl_Weyprecht\">Carl Weyprecht<\/a> als Kommandant zur See, bleibt f\u00fcr immer man\u00f6vrierunf\u00e4hig. Der Auftrag der k.u.k.-Nordpolexpedition galt der Erkundung einer Nordostpassage, aber sie waren zugleich angetrieben von der im 19. Jahrhundert popul\u00e4ren, aber fatalen \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Theorie_vom_eisfreien_Nordpolarmeer\">Theorie vom eisfreien Nordpolarmeer<\/a>\u201c. Demnach waren jenseits der ersten Eisfelder weiter n\u00f6rdlich freie Gew\u00e4sser zu finden, und es stand die M\u00f6glichkeit im Raum, dort nicht nur neue Inseln zu entdecken, sondern wom\u00f6glich auch den Pol per Schiff zu erreichen. So hatte es beispielsweise Mercator auf seiner Karte von 1595 <a href=\"https:\/\/viewer.acdh.oeaw.ac.at\/viewer\/image\/AC08889918\/44\/LOG_0009\/\">visualisiert<\/a>: eisfreie Gew\u00e4sser und in der Mitte ein Magnetberg.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-20311 aligncenter\" src=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-2-600x567.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-2-600x567.jpg 600w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-2-1200x1134.jpg 1200w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-2-1536x1451.jpg 1536w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-2-1600x1512.jpg 1600w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-2-375x354.jpg 375w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-2-150x142.jpg 150w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-2-16x16.jpg 16w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-2.jpg 1700w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Gerhard Mercator, &#8216;Septentrionalium Terrarum descriptio&#8217; (1595), \u00fcber <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Mercator_north_pole_1595.jpg?uselang=de\">Wikimedia Commons<\/a> (gemeinfrei durch Zeitablauf).<\/em><\/p>\n<p>Die Expedition b\u00fc\u00dfte diesen Irrglauben; sie \u00fcberwinterte auf ihrem vom Packeis umschlossenen Segelschiff und erlebte im Fr\u00fchjahr 1873 die n\u00e4chste gro\u00dfe Entt\u00e4uschung: Weil die Eisdrift sie weiter nach Norden gebracht hatte, \u00f6ffnete sich auch bei ansteigenden Temperaturen im arktischen Hochsommer kein freies Meer f\u00fcr sie. Dass in dieser tristen Situation an einem nebelfreien Nachmittag des 30. August 1873 pl\u00f6tzlich eine Bergkette am Horizont erschien, war eine unverhoffte Sinnstiftung. Diese Gipfel und L\u00e4nder waren nirgends auf Karten verzeichnet, und so konnte die Expedition noch ein letztes Mal und lange nach dem Zeitalter der gro\u00dfen Entdeckungen Rituale von kolonialer Besitzergreifung durchf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Eigene Narrative und Rechtsinstrumente<\/strong><\/p>\n<p>Die V\u00f6lkerrechtsgeschichte des Franz-Josef-Land scheint noch nicht erz\u00e4hlt zu sein. Sie f\u00fcgt sich auch nicht ohne weiteres in die \u00fcblichen Kolonialgeschichten. Im Gegenteil: Kollegen wie die in Island und Gr\u00f6nland arbeitende Juristin <a href=\"https:\/\/www.unak.is\/english\/moya\/ugla\/staff\/rachael-lorna-johnstone\">Rachael Lorna Johnstone<\/a> haben mit ihren Forschungen deutlich gemacht, dass hier ganz andere Narrative und Instrumente greifen. Denn w\u00e4hrend sonst \u201ePlantation and Possession\u201c im Zentrum der rechtstheoretischen Legitimation von kolonialer Besitzergreifung standen, <a href=\"https:\/\/brill.com\/view\/journals\/yplo\/13\/1\/article-p93_5.xml\">mussten f\u00fcr Arktis und Antarktis andere Kategorien herhalten<\/a><\/p>\n<p>Des Kaisers kalte L\u00e4nder, wie hier die Rudolf-Insel des Franz-Josef-Lands, liegen unter einer Eiskappe:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-20312 aligncenter\" src=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-3-600x544.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"544\" srcset=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-3-600x544.jpg 600w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-3-1200x1088.jpg 1200w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-3-1536x1393.jpg 1536w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-3-2048x1857.jpg 2048w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-3-2000x1814.jpg 2000w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-3-1600x1451.jpg 1600w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-3-375x340.jpg 375w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-3-150x136.jpg 150w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-3-16x16.jpg 16w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Bild von der Europ\u00e4ischen Raumfahrtorganisation (ESA) \u00fcber <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Rudolf_Island,_Russia,_Sentinel-2_satellite_imagery,_6-SEP-_2017.jpg\">Wikimedia Commons<\/a> (lizenziert unter <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/igo\/legalcode\">CC BY-SA 3.0 IGO<\/a>).<\/em><\/p>\n<p>Franz-Josef-Land ist zu 85% vergletschert, ein Rekord unter arktischen L\u00e4ndern. Genauso wie in der Antarktis war im Moment der Entdeckung an eine dauerhafte Besiedelung und Nutzung nicht zu denken. Allerdings gab es in beiden F\u00e4llen auch keine indigene Bev\u00f6lkerung, mit der man um Eigentumsanspr\u00fcche h\u00e4tte konkurrieren m\u00fcssen. Wem sollten die L\u00e4nder geh\u00f6ren? Und sollten sie \u00fcberhaupt jemandem geh\u00f6ren?<\/p>\n<p>In der historischen k.u.k-Entdeckungsgeschichte sind Nationalit\u00e4t und Internationalit\u00e4t eng miteinander verflochten. Es handelte sich um eine multinationale Expedition, mit M\u00e4nnern aus Deutschland, Ungarn, B\u00f6hmen, M\u00e4hren, Italien, dem heutigen Kroatien und S\u00fcdtirol, vor allem aber auch aus dem heutigen \u00d6sterreich. Ihrem Selbstverst\u00e4ndnis nach arbeiteten sie f\u00fcr die universelle Sache der Wissenschaft, und bis heute wird der internationale Geist der k.u.k.-Nordpolexpedition immer wieder hervorgehoben \u2013 etwa durch das Verdienst, das \u201e<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/International_Polar_Year\">Internationale Polarjahr<\/a>\u201c als Forschungstradition angesto\u00dfen zu haben. Zugleich aber war die k.u.k-Nordpolexpedition eingebunden in nationalpatriotische und imperiale Kontexte. Als die M\u00e4nner nach Monaten des Wartens \u2013 denn zun\u00e4chst erlaubte das Wetter keine Wanderung zu den Bergen am Horizont \u2013 das neu entdeckte Land am 1. November 1873 erstmals betraten, vollzogen sie klassische Rituale der Besitzergreifung. Sie verma\u00dfen die neuen Inseln und benannten die Topographie nach ihrer \u00f6sterreichisch-ungarischen Heimat. Der Archipel hie\u00df von da ab Franz-Josef-Land, dort findet sich ein Kap Wiener Neustadt, die Insel Klagenfurt beim <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilczekland\">Wilczekland<\/a>, ein Kap Grillparzer, ein Austria-Sund, das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rudolf-Insel\">Kronprinz-Rudolf Land<\/a> usw. Auch eine \u00f6sterreichisch-ungarische Flagge wurde aufgepflanzt.<\/p>\n<p>Zugleich verzichteten sie interessanterweise darauf, eine juristische Besitzergreifung im Namen der Doppelmonarchie vorzunehmen. Der Kommandant zu Lande <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Julius_von_Payer\">Julius von Payer<\/a> <a href=\"https:\/\/www.digitale-sammlungen.de\/de\/view\/bsb11331384?page=448,449&amp;q=flagge\">schrieb retrospektiv<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eMit stolzer Erregung pflanzten wir die Flagge Oesterreich=Ungarns zum ersten Mal im hohen Norden auf; wir hatten das Bewu\u00dftsein, sie so weit getragen zu haben, als unsere Kr\u00e4fte es erlaubten. War es auch kein Act v\u00f6lkerrechtlicher Nothwendigkeit und fern von der Bedeutung der Besitznahme eines Landes, wie einst, wenn Albuquerque oder Van Diemen die Abzeichen ihres Vaterlandes auf fremder Erde entrollten, so hatten wir doch nicht minder schwer \u2026 dieses St\u00fcckchen kalten, starren Bodens erworben.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Land blieb zun\u00e4chst herrenloses Niemandsland, \u00d6sterreich-Ungarn erstrebte keine Gebietshoheit. Dieser Verzicht hinderte aber nicht die \u00f6ffentliche Wahrnehmung in der Heimat, sich mit imperialer und kolonialer Begeisterung auf die Ertr\u00e4ge dieser Expedition und die R\u00fcckkehrer zu st\u00fcrzen. Ihr Weg zur\u00fcck nach Europa allerdings war ein Schmerzensweg. Einen weiteren Polarwinter verbrachten sie im Bauch ihres Schiffes, bedr\u00e4ngt von gef\u00e4hrlichen Eispressungen, die es zermalmen wollen, in katastrophaler mentaler und k\u00f6rperlicher Verfassung, bevor sie dieses im darauffolgenden Mai 1874 zur\u00fccklie\u00dfen. Der aberwitzige Plan: Zu Fu\u00df so lange \u00fcber das Eis zu gehen, bis man wieder offenes Meer erreichen w\u00fcrde und die drei mitgef\u00fchrten, schwerbeladenen Walf\u00e4ngerboote sie weiter nach S\u00fcden bringen k\u00f6nnten. Die Strapazen waren unermesslich, aber das Unternehmen gelingt. Daheim w\u00fcrde der Kommandant an Land, Julius Payer, effektvolle Gem\u00e4lde entwerfen, die das Drama der Reise verewigten. Das Verlassen des Schiffs Richtung S\u00fcden war als religi\u00f6s-emotionale Klimax inszeniert: \u201eNiemals zur\u00fcck!\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-20313 size-full\" src=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-4.jpg\" alt=\"\" width=\"1209\" height=\"876\" srcset=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-4.jpg 1209w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-4-600x435.jpg 600w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-4-1200x869.jpg 1200w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-4-375x272.jpg 375w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vec-4-150x109.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 1209px) 100vw, 1209px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Julius Payer, &#8216;Nie Zur\u00fcck!&#8217; (1892), \u00fcber <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Julius_Payer_Nie_zur%C3%BCck.jpg?uselang=de\">Wikimedia Commons<\/a> (gemeinfrei durch Zeitablauf).<\/em><\/p>\n<p>Bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nowaja_Semlja\">Nowaja Semlja<\/a> begegnen sie mit unglaublichem Gl\u00fcck zwei russischen Transchonern, die die zerlumpten M\u00e4nner am Abend des 24. August 1874 aufnehmen. Der Empfang besonders in Wien wird triumphal. R\u00fcckblickend l\u00e4sst sich jedenfalls die Rezeption dieser Entdeckung als eine Form von \u00f6sterreichischem Polarkolonialismus lesen.<\/p>\n<p><strong>Rechtfertigung sowjetischer Aneignung: Sektorentheorie und juristische Bricolage<\/strong><\/p>\n<p>Eine tats\u00e4chliche juristische Aneignung des bisherigen Niemandslands vollzog dann die Sowjetunion in der Zwischenkriegszeit. Am 15. April 1926 hie\u00df es seitens der Regierung <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/2190058\">in einem Dekret, adopted by the Presidium of the Central Executive Committee<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cAre declared forming parts of the territory of the Union of Soviet Socialistic Republics all lands and islands already discovered, as well as those which are to be discovered in the future, which at the time of the moment of the publication of the present decree are not recognized by the Union of Soviet Socialistic Republics as the territory of any foreign state, and which lie in the Northern Frozen Ocean north of the coast of the Union of Soviet Socialistic Republics up to the North Pole, within the limits between the meridian longitude 32\u00b0 4\u2019 35\u2019\u2019 east of Greenwich \u2026 and the meridian longitude 168\u00b0 49\u2019 30\u2019\u2019, west of Greenwich \u2026\u201c.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Sowjetunion informierte ausw\u00e4rtige M\u00e4chte, darunter Norwegen, \u00fcber dieses Dekret. Daraufhin <a href=\"https:\/\/www.zaoerv.de\/02_1931\/2_1931_2_b_160_166_1.pdf\">erkl\u00e4rte<\/a> der norwegische Au\u00dfenminister, die im sogenannten \u201erussischen Sektor\u201c liegenden Gebiete w\u00fcrden von Norwegen weiterhin als Niemandsland angesehen.<\/p>\n<p>Die sogenannte Sektortheorie war 1907 von dem kanadischen Senator <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Pascal_Poirier\">Pascal Poirier<\/a> als juristisches Argument entwickelt worden, um eigene arktische Landnahmen zu rechtfertigen bzw. jedenfalls fremde Anspr\u00fcche abzuwehren. Der Kieler V\u00f6lkerrechtler <a href=\"http:\/\/www.museen-nord.de\/Objekt\/DE-MUS-076111\/lido\/P8-B-206\">Viktor B\u00f6hmert<\/a> definierte Jahrzehnte sp\u00e4ter in einem Lexikoneintrag: \u201eNach dem Sektorenprinzip sollen die Land- und Meeresgebiete in Poln\u00e4he innerhalb eines sph\u00e4rischen Dreiecks, dessen Ecken der Nord- oder S\u00fcdpol sowie die \u00f6stlichen und westlichen Punkte der Festlandsk\u00fcsten der am weitesten n\u00f6rdlich oder s\u00fcdlich gelegenen Staaten bilden, ipso facto der Gebietshoheit oder wenigstens dem Aneignungsrecht dieser Staaten unterliegen.\u201c (Viktor B\u00f6hmert, Art. Sektorentheorie, in: W\u00f6rterbuch des V\u00f6lkerrechts, 2. Aufl., begr\u00fcndet von Karl Strupp, herausgegeben von Hans-Juergen Schlochauer, Bd. 3, Walter de Gruyter Berlin 1962, 248-250 [248]).<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter verwies die Sowjetunion bez\u00fcglich Franz-Josef-Land noch auf tats\u00e4chliche Akte der Inbesitznahme, sodass eine <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/2190058\">Anh\u00e4ufung von Umst\u00e4nden<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/40202296\">Bricolage juristischer Argumente<\/a> ihren Anspruch auf Aneignung st\u00fctzen soll. Die Sektortheorie jedenfalls wurde von der V\u00f6lkerrechtswissenschaft in ihren Anlehnungen an bestehende, anerkannte Rechtfertigungen diskutiert, fand aber <a href=\"https:\/\/brage.npolar.no\/npolar-xmlui\/handle\/11250\/173656?locale-attribute=en\">wenig Anklang<\/a>. Positive Stimmen sind zumeist seitens <a href=\"https:\/\/dalspace.library.dal.ca\/handle\/10222\/57150\">sowjetischer<\/a> <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/40512039\">Autoren<\/a> zu finden (Leonid L. Breitfu\u00df, Die territoriale Sektoreneinteilung der Arktis im Zusammenhang mit dem zu erwartenden transarktischen Luftverkehr, in: Petermanns geographische Mitteilungen, Heft 1\/2, (1928), 74: 23\u201328). Heute geh\u00f6rt sie ihrerseits in die V\u00f6lkerrechtsgeschichte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-20314 aligncenter\" src=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Vec-5-600x921.png\" alt=\"\" width=\"391\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Vec-5-600x921.png 600w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Vec-5-1000x1536.png 1000w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Vec-5-375x576.png 375w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Vec-5-150x230.png 150w, https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Vec-5.png 1128w\" sizes=\"auto, (max-width: 391px) 100vw, 391px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Sie betreten den sowjetischen Sektor: Die Aufteilung der Arktis sowjetisierte viele der kalten L\u00e4nder nahe beim Nordpol. Der \u00fcppig bemessene Sektor ist mit II am rechten oberen Kartenrand beschriftet. Bild aus: <a href=\"https:\/\/brage.npolar.no\/npolar-xmlui\/handle\/11250\/173656?locale-attribute=en\">Gustav Smedal<\/a>, Acquisition of sovereignty over polar areas, 56.<\/em><\/p>\n<p>Dies alles konnte aber nicht die Sowjetisierung der Inseln verhindern. Bis heute geh\u00f6rt Franz Josef-Land zu Russland, wird von diesem als Sperrgebiet ausgewiesen und darf prinzipiell nicht betreten werden. Es ist f\u00fcr Reisende dadurch zu einem global-peripheren Sehnsuchtsort geworden. Wie auch in anderen arktischen und antarktischen Regionen wird hier Souver\u00e4nit\u00e4t dadurch beansprucht, dass man Umweltschutz als abwehrendes Argument verwendet. Wie Rachael Lorna Johnstone in ihrem interessanten Aufsatz argumentiert hat, bedeutet dies eine Umkehrung traditioneller imperialistischer Kategorien der klassischen Kolonialzeit. Anstelle der faktischen Besitzergreifung, Besiedelung und etwa landwirtschaftlichen Nutzung geh\u00f6rt nun gerade der demonstrative Verzicht auf Nutzung unter dem Banner des Naturschutzes zum Handlungsrepertoire, mit dem andere Staaten von der Geltendmachung von Anspr\u00fcchen ferngehalten werden.<\/p>\n<p><strong>Die mythische Peripherie der Erde<\/strong><\/p>\n<p>Der Schriftsteller Ransmayr hat seine Erz\u00e4hlung der Entdeckung des Franz Josef-Lands dazu verwendet, epistemische Verunsicherung zu stiften. Parallel zu der historischen Entdeckungsgeschichte verlaufen in seinem Roman zwei weitere Str\u00e4nge, darunter eine fiktive Abenteuergeschichte, dessen Protagonist unstillbare Sehnsucht nach dem Norden hat und von <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Svalbard\">Spitzbergen<\/a> aus der historischen Expedition nacheifern will. Er soll ein Nachkomme eines der Teilnehmer der Expedition von 1872-74 sein. Wir blicken ihm \u00fcber die Schulter, wie er diese Reise organisiert, und der Autor Ransmayr lenkt unseren Blick auf sein poetisches Verschwinden in den Weiten der erz\u00e4hlten Arktis: \u201eMir war die Tatsache oft unheimlich, da\u00df sich der Anfang, auch das Ende jeder Geschichte, die man nur lange genug verfolgt, irgendwann in der Weitl\u00e4ufigkeit der Zeit verliert [\u2026]\u201c. (SEF, 9). Auch sein erfundener Protagonist geht in den unwirtlichen Eisw\u00fcsten verloren. Es ist ein doppelter <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Whiteout_(weather)\">Whiteout<\/a>, in welchem der Schnee des Nordens dem wei\u00dfen Blatt des Erz\u00e4hlers \u00e4hnelt und alle sicheren Konturen <a href=\"https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.1515\/9783839443293\/html?lang=de\">verschwimmen<\/a>.<\/p>\n<p>Wir wissen nicht, ob wir dem Erz\u00e4hler Ransmayr trauen d\u00fcrfen. Fakten und Fiktionen werden <a href=\"https:\/\/riviste.unimi.it\/index.php\/StudiaAustriaca\/article\/view\/3024\">nebeneinander<\/a> <a href=\"https:\/\/www.transcript-verlag.de\/978-3-8376-6819-3\/aufklaerung-zwischen-kritik-und-bedarf\/?c=310000018\">erz\u00e4hlt<\/a> sie verschmelzen ineinander. \u201eDie Wirklichkeit ist teilbar\u201c, hei\u00dft es schon programmatisch am Anfang (SEF, 36): Der Erz\u00e4hler Ransmayr befeuert absichtsvoll unsere Verunsicherung, ist jedenfalls in dieser Intention transparent und verfolgt dabei ein antikolonialistisches und aufkl\u00e4rungskritisches Projekt. Deutlich gemacht werden die globalen Hegemonieanspr\u00fcche der Europ\u00e4er, die damit verbundene Ausbeutung und die Opfer der Kolonialpolitik: \u201eDie Schrecken des Eises und der Finsternis\u201c von 1984 kritisiert im Gewand einer Nacherz\u00e4hlung einer der abenteuerlichsten Entdeckergeschichten aller Zeiten zentrale Axiome europ\u00e4ischen Expeditionsstrebens und seiner Expansionsideologie. Der Roman ist eine <a href=\"https:\/\/www.peterlang.com\/document\/1103125\">Zivilisationskritik<\/a>.<\/p>\n<p>Die Aneignung von Franz-Josef-Land, sei sie mit Eigentumsanspr\u00fcchen verbunden gewesen oder nicht, ist Teil einer Auspl\u00fcnderungsgeschichte, die auf Machthunger und Ruhmsucht basierte und sich mit Wissenschaft ausstaffierte und legitimierte. F\u00fcr die M\u00e4nner der historischen Expedition ging es gerade noch einmal gut, nur einen Toten gab es zu beklagen. Ins Herz seiner Erz\u00e4hlung stellt der Schriftsteller Ransmayr jedoch eine weitere Zerst\u00f6rung, von der auch die kritische V\u00f6lkerrechtsgeschichte noch wenig wei\u00df: die Vereinnahmung und Zerst\u00f6rung besonderer Orte. Denn Ransmayrs Arktis wird zum mythischen Paradies des Erz\u00e4hlers selbst (SEF 250-252). Im leeren Raum der Arktis verschr\u00e4nken sich poetische Unbestimmtheit und Unverf\u00fcgbarkeit (<a href=\"https:\/\/link.springer.com\/book\/10.1007\/978-3-662-64025-8\">Karin Schuchmann<\/a> 10, 260, 266). Die \u00fcber das Buch verstreuten Farbfotografien des \u00f6sterreichischen Schriftstellers und Filmemachers <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rudi_Palla\">Rudi Palla<\/a>, versehen mit aus dem Buch Hiob entnommenen Bildunterschriften, geben der Erz\u00e4hlung Ransmayrs alttestamentarische Dimension. Sie adressiert zun\u00e4chst offensichtlich das Verh\u00e4ltnis zur arktischen, elementaren Natur: \u201eKamst du bis zu den Speichern des Schnees, und sahst du die Kammern des Hagels?\u201c (SEF 129). \u201eBist du zu des Meeres Quellen vorgedrungen und in des Ozeans Tiefe einhergewandelt?\u201c (SEF 137). \u201eDort ist die Heimat des Saphirs und des Goldstaubes. Aber kein Raubvogel kennt den Weg dorthin und kein L\u00f6we schreitet auf ihm.\u201c (SEF 141). Sie spiegeln aber auch in ihrer alttestamentarischen Sprache die bodenlos abgr\u00fcndige Dimension dieser Reise: \u201eTaten sich dir die Pforten der Totenwelt auf, schautest du die Tore der Finsternis? Hattest du acht auf die weiten Fl\u00e4chen der Erde?\u201c (SEF 133). Hier kippt der Abenteuerroman in eine moraltheologische Ansprache vor dem Hintergrund der biblischen Naturgewalten und stellt Fragen, deren Adressat offenbleibt. Auch der Leser kann sie auf sich beziehen.<\/p>\n<p>Am Ende sinniert Ransmayr dar\u00fcber, wie er als Autor \u201einmitten seiner papierenen Meere (steht)\u201c, und eine Nostalgie legt sich \u00fcber seine Chronik: Durch das historische Material hat er sich Fakten und \u00c4sthetik des fernen Landes angeeignet. Dennoch bleibt die eisstarrende Natur f\u00fcr ihn wie uns Leser unerreichbar \u2013 und erstrahlt als Sehnsuchtsort umso sch\u00f6ner.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Geschichte der Entdeckung des Franz-Josef-Lands vor 150 Jahren w\u00fcrde auch ein anderer Romantitel von Christoph Ransmayr passen: \u201eDie letzte Welt\u201c. Das Franz-Josef-Land, ein Archipel von rund 200 Inseln, wurde im arktischen Sp\u00e4tsommer 1873 entdeckt. Seine Entdecker waren die M\u00e4nner einer multinationalen k.u.k.-Nordpolexpedition. Als sie im Sommer 1872 von Bremerhaven aus nach Norden in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[6639],"tags":[7179,3995,3660],"authors":[7282],"article-categories":[6000],"doi":[],"class_list":["post-20308","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized","tag-austria","tag-colonialism","tag-history-of-il","authors-milos-vec","article-categories-article"],"acf":{"subline":""},"meta_box":{"doi":"10.17176\/20230713-110949-0"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20308","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20308"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20308\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20342,"href":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20308\/revisions\/20342"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20308"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20308"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20308"},{"taxonomy":"authors","embeddable":true,"href":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/authors?post=20308"},{"taxonomy":"article-categories","embeddable":true,"href":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/article-categories?post=20308"},{"taxonomy":"doi","embeddable":true,"href":"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/doi?post=20308"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}