Wie kann die Justiz den Primat des Rechts gegen politische Einflussnahme verteidigen? Diese Frage ist so alt wie Rechtsstaatlichkeit und unabhängige Justiz selbst. Einen wichtigen Beitrag zur Beantwortung dieser Frage kann der vergleichende Blick auf nationale Höchstgerichte in Europa in einer Zeit höchster Bedrohung der Rechtsstaatlichkeit leisten, nämlich zur Zeit der Besetzung Frankreichs, Belgiens, Hollands, Luxemburgs, Dänemarks und Norwegens im Zweiten Weltkrieg.
Für einzelne Höchstgerichte liegen bereits Untersuchungen vor, die zum einen ganz allgemein das Selbstverständnis dieser Höchstgerichte entfalten, zum anderen auch speziell die Situation dieser Gerichte während des Zweiten Weltkriegs in den Blick nehmen. Im Rahmen der Tagung werden die Erkenntnisse zur Situation in den einzelnen Staaten vertieft und insbesondere miteinander vergleichen werden, wobei den methodischen Postulaten einer vergleichenden Rechtsgeschichte Rechnung getragen wird.
Anmeldungen werden erbeten an: rechtskultur@ur.de